Auch Evenepoels Coach ist zuversichtlich

Lefevere: “Remco kann noch besser werden“

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Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) | Foto: Cor Vos

14.12.2022  |  (rsn) – Nach einer grandiosen Saison mit dem Triumph bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, dem Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana und dem Gewinn des Regenbogentrikots bei der Straßen-WM in Wollongong stellte sich Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) schon im September die Frage, wie er ein solches Jahr noch übertreffen könne.

Für Patrick Lefevere ist aber klar, dass sein Jungstar sich noch steigern kann. “Ich denke nicht, dass ein Bursche von 22 Jahren ausgereift ist. Körperlich und mental kann er noch stärker werden und dann wird er auch auf seine Erfahrung zurückgreifen können. Im Grunde wird er noch besser werden, wenn er gesund bleibt“, sagte Quick-Steps Team-Manager im Gespräch mit dem Ride-Magazin, das einen ausführlichen Artikel über den Weltmeister veröffentlichte.

Dabei hat Evenepoel bereits seine vierte Profisaison absolviert, nachdem er Ende 2018 – mit zwei Junioren-Weltmeistertiteln von Innsbruck im Gepäck - direkt aus der Juniorenklasse in die Elite zu Quick-Step wechselte. In seinen ersten beiden Jahren als Profi wurde er vom Team behutsam an die großen Rennen herangeführt, sicherte sich aber auf WorldTour-Niveau schon gleich bei seinen Debüts den Sieg bei der Clasica San Sebastian 2019 und der Polen-Rundfahrt 2020.

Auch der schwere Lombardia-Sturz stoppte Evenepoel nicht

Nur wenige Tage später allerdings folgte der katastrophale Sturz bei Il Lombardia, der zu schlimmsten Befürchtungen Anlass gab. Der junge Belgier erholte sich dann aber recht schnell von den Folgen und kehrte zum Giro d’Italia 2021 ins Feld zurück. Obwohl er sein Grand-Tour-Debüt nach der 17. Etappe vorzeitig beenden musste, gelangen Evenepoel im Saisonverlauf noch acht Siege. In der Saison 2022 schließlich startete er durch und konnte nicht weniger als 15 Mal jubeln, wobei das WM-Gold die Krönung seiner bisher besten Saison war.

Dennoch sieht auch Evenepoels Trainer Koen Pelgrim noch Entwicklungspotenzial bei seinem Schützling – allerdings schränkte er ein: “Die Schritte werden immer kleiner. Heutzutage sieht man, dass junge Fahrer bereits im Alter zwischen siebzehn und neunzehn Jahren durch besseres Training und Ernährung erhebliche Fortschritte machen. Danach wird die Marge kleiner.“

Wie Pelgrim weiter erklärte, habe der Radsport in den vergangenen Jahren anderen Sportarten gegenüber deutlich aufgeholt. “Früher wurde man erst mit 22 Jahren Radprofi und erzielte die besten Ergebnisse im Alter von 27 oder 28. Heutzutage nehmen die Radfahrer den Sport in einem viel jüngeren Alter viel ernster“, so der Niederländer, der auch die bessere Betreuung der jungen Fahrer als weiteren Faktor nannte.

Aus diesen Gründen “entwickeln sie sich schneller als die ältere Garde. Deshalb machen diese Talente nunmehr die großen Schritte, bevor sie 20 werden. Dafür sind die Wachstumsmöglichkeiten in den späteren Jahren geringer sind“, fügte er allerdings an.

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