der Tanzfilm "The Bell" von Pijus Mickus gewinnt

Festival des Fahrrad-Films: "Goldene Kurbel" nach Litauen

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| Foto: cyclingfilms.de

20.10.2014  |  (Ra, gm) - "And the Winner is..." - die "Goldene Kurbel", der Oscar der Fahrradfilm-Branche, geht heuer nach Litauen: Der Gewinner des neunten "Internationalen Festivals des Fahrrad-Films" am vorletzten Wochenende in Herne ist der Tanzfilm "The Bell".

Filmemacher Pijus Mickus erzählt die Geschichte

über den Traum vom eigenen Fahrrad, der einem Mädchen von ihren fürsorgenden Eltern erfüllt wird. Das Geschenk hat aber einen Haken: Die Klingel läutet nicht, so das die junge Besitzerin die Fahrt zur Reparatur antritt. Doch die Radtour durch die litauische Waldlandschaft erweist sich als hindernisreich: Ein Defekt folgt auf den nächsten, das neue Fahrrad zerfällt Stück für Stück.

"The Bell" zeigt ausdrucksstarken, perfomativen Tanz von Indre Pivorait mit ihrem Fahrrad als kongenialer Tanzpartner. Von diesem bleibt am Ende nichts als die Klingel übrig - die repariert mit hellem Klang den Film beendet.

Der deutsche animierte Kurzfilm "ich fahre mit dem fahrrad
in einer halben stunde an den rand der atmosphäre" erhält den zweiten Preis des Festivals. Filmemacher Michael Klöfkorn setzt sich auf's Rad, und erlebt auf 14 Kilometern irritierende Momente, die Geschichte und Gesellschaft bereit halten.

Die bildgewaltige Fahrt berührt die Psychoanalyse der Berliner Siegessäule ebenso wie kapitalistischen Schweine-Zyklen und andere soziokulturelle Merkwürdigkeiten...

Auf Platz drei landet die israelische Produktion "Cycle".

Amir Porats und Mor Israelis kunstreich gezeichneter Kurzfilm entstand in lediglich fünf Tagen: Der Film zeigt verschiedene Figuren in Bewegung, liebenswerte Alltagsgestalten, die sich wie in einem imaginären Fahrradrennen bewegen.

Das Publikum hat den Reisebericht "Panamerican Childhood", gedreht von Lea und Gregor Speth, zu seinem Lieblingsfilm gewählt. Hier steht das Mädchen Ronja im Mittelpunkt, etwa zwei Jahre alt. Sie erläutert ihre Sicht und Erlebnisse während einer zweijährigen Fahrradreise von Alaska nach Feuerland.

Das Berliner Filmemacher-Duo konnte in Herne
zudem den Filmpreis "Trzy Zlote Szprychy", die "Drei Goldenen Speichen" entgegen nehmen - der Preis des Publikums der Krakauer Ausgabe des ICFF 2014, den "Panamerican Childhood" ebenfalls gewonnen hatte.

Am 10. und 11. Oktober 2014 traf sich die internationale Szene des Fahrradfilms mit Fahrrad- und Film-Verrückten, Alltags-Radlern und Fahrrad-Künstlern, um den Stand der Kunst zu demonstrieren, und den "Oskar des Fahrradfilms" zu verleihen. Rund 220 Zuschauer sahen das Haupt-Programm mit 16 Fahrrad-Filmen aus zehn Ländern in den Herner Flottmann-Hallen.

Das Bochumer Rad-Team "Hollandse Frietjes"

organisiert das "Internationale Festival des Fahrrad-Films" in Kooperation mit dem "Roomservice - Forum für Jugend-Kultur", Herne und der "Liska Inicjatywa Rowerowa", der schlesischen Fahrrad-Initiative, Czestochowa. Das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Krakau war Schirmherr des Festivals.

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