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28.09.2026 | (rsn) - Gerade mild ging Paul Seixas (Frankreich) mit sich selbst nach dem WM-Rennen in Montreal nicht ins Gericht. “Es ist eine Schande, was ich heute abgeliefert habe. Ich werde wohl etwas Zeit brauchen, um das zu verarbeiten”, resümierte er im Eurosport-Interview nach dem Ziel und hielt sich mit Selbstkritik nicht zurück:
“Solche Krämpfe zu bekommen, ist ein Anfängerfehler. Ich hatte in meinem Leben noch nie Krämpfe auf dem Rad und bin natürlich extrem enttäuscht, vor allem von mir selbst.” Dem 15. Rang, zwei Platzierungen schlechter als im Vorjahr, konnte Seixas absolut nichts Positives abgewinnen.
Der 20-Jährige war mit großen Ambitionen ins Rennen gegangen und galt, besonders nach dem starken Auftritt und zweiten Platz beim GP Montreal vor zwei Wochen, als einer der Hauptfavoriten. Dementsprechend stellte sich auch die französische Mannschaft voll in seinen Dienst und sorgte für die erste selektive Tempoverschärfung im Rennen.
”Wir haben das Rennen schwer gemacht, das war kein Fehler und das würden wir exakt wieder so machen. Wenn es einen Moment gab, in dem man das Rennen hart machen musste, dann genau da”, sagte Thomas Voeckler, Teamchef der französischen Nationalmannschaft, gegenüber Eurosport. Für das harte Tempo zollte aber nicht nur die Konkurrenz, sondern ebenso die eigene Mannschaft früh Tribut. “Hinterher waren wir mannschaftlich vielleicht ein Stück weit unterlegen”, räumte Voeckler ein.
Die französische Equipe übernahm die Kontrolle, sobald das Feld auf den anspruchsvollen Stadtkurs einbog. Die frühe Tempoarbeit von Bruno Armirail lichtete das Feld schnell – vielleicht zu schnell. Armirail und Valentin Paret-Peintre strichen früh die Segel, und die Mannschaft konnte keinen Fahrer in der Ausreißergruppe platzieren.
Nach dem Rennen merkte Mitfavorit Remco Evenepoel (Belgien) an, dass das hohe französische Tempo ein Eigentor gewesen sein könnte: “Es war ein verdammt hartes Rennen wegen des Tempos, das Frankreich angeschlagen hat”, so Evenepoel gegenüber VTM Nieuws. “Vielleicht haben sie damit ihren eigenen Kapitän ebenfalls kaputtgefahren.”
Seixas hielt sich zwar bis tief ins Finale hinein an der Spitze, immer sehr nah an Isaal del Toro (Mexiko) dran, war dort jedoch weitgehend auf sich allein gestellt. Auf der Schlussrunde schlugen dann die Krämpfe zu und er kam mit über zwei Minuten Rückstand ins Ziel. Im Gegensatz zu seiner eigenen Leistung fand er für seine Mannschaft nur lobende Worte: “Das ganze Team hat einen unglaublichen Job gemacht und hätte einen besseren Kapitän verdient."
Teamchef Voeckler erteilte seinem Schützling allerdings Absolution: “Wir sind enttäuscht, weil wir wussten, dass er das Potenzial dazu hat. Der Junge ist aber gerade mal 20 Jahre alt. Er fährt hier um die Weltmeisterschaft und trägt die ganze Mannschaft auf seinen Schultern. Er muss sich absolut nichts vorwerfen!"
Auch wenn Seixas das im Moment wohl noch ganz anders sieht, lange trauern kann er ohnehin nicht. Bei der Lombardei-Rundfahrt bietet sich ihm im Oktober bereits die Chance auf Revanche.
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