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13.03.2026 | (rsn) – Auch wenn an den ersten vier Tagen des 61. Tirreno-Adriatico noch kein Etappensieg gelang, so ist Red Bull – Bora – hansgrohe das bisher beste Team des “Rennens zwischen den zwei Meeren“: Giulio Pellizzari führt die Gesamtwertung an, Primoz Roglic belegt mit nur 21 Sekunden Rückstand auf seinen Mannschaftskollegen den dritten Platz, in der Teamwertung grüßt Red Bull – Bora – hansgrohe von der Spitze, und zwar mit 18 Sekunden Vorsprung gegenüber den Überfliegern von UAE – Emirates – XRG.
Bisher läuft es in dieser Saison für die Raublinger ganz nach Wunsch und das gilt auch für Tirreno-Adriatico. Dabei steht derzeit nicht der zweimalige Gesamtsieger Roglic im Rampenlicht, sondern der gerade mal 21-jährige Pellizzari, der als Etappenzweiter von Martinsicuro am Donnerstag seinem Kumpel Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) das Blaue Trikot wegschnappte und dabei quasi den aus der Not geborenen Plan seines Teams perfekt in die Tat umsetzte. ___STEADY_PAYWALL___
“Nachdem (Sprinter, d. Red.) Danny van Poppel aktuell nicht in Bestform ist, wollten wir einfach versuchen, eine GC-Etappe zu haben und auch Chancen zu nutzen, die sich durch das schwierige Finale möglicherweise ergeben“, sagte der Sportliche Leiter Christian Pömer am Start der 5. Etappe in Marotta-Mondolfo zu RSN.
Red Bull – Bora – hansgrohe vor dem Start der 5. Tirreno-Etappe, in Blau: Giulio Pellizzari, rechts daneben Primoz Roglic | Foto: Cor Vos
Deshalb attackierte Pellizzari rund zwölf Kilometer vor dem Ziel im letzten Anstieg des Tages, stellte seine Bemühungen aber ein, als er sah, dass auch “die schwereren Fahrer wie Ganna, van der Poel und auch van Aert mit über den Anstieg kamen“, so Pömer. “Wir haben aber gesehen, dass die Leistungsunterschiede zu gering sind und dann war eigentlich klar, dass es auf einen Sprint hinausläuft.“
An dem wollte sich Red Bull “nicht großartig beteiligen“, so der Österreicher. Pellizzari entschied dann aber anders – “das war von Giulio einfach Instinkt, dass er einfach nochmal einen rausgehauen hat“, lobte Pömer den 21-Jährigen, der als Zweiter hinter dem souveränen Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) sechs Bonussekunden kassierte und damit Del Toro von der Spitze der Gesamtwertung verdrängte.
“Wenn man sieht, dass ein so junger Fahrer im Finale einer so schweren Etappe noch so spritzig ist, dann macht das auch Hoffnung, dass wir in Zukunft noch mehr Freude an ihm haben werden“, kommentierte Pömer die Vorstellung des Italieners, der in seiner dritten Saison bei den Profis als erster Italiener seit Vincenzo Nibali im Jahr 2013 die Fernfahrt gewinnen könnte. Aber auch Roglic hat noch gute Chancen auf einen dritten Gesamtsieg.
Auf der 4. Tirreno-Etappe imponierte Pellizzari (im Weißen Trikot) und holte sich am Ende Platz zwei und das Blaue Trikot. | Foto: Cor Vos
“Ich bin der Sportliche Leiter von Red Bull und nicht von UAE. Wir sind aktuell nicht in der Lage, dass wir uns aussuchen können, wer wann wo welches Rennen gewinnt“, antwortete Pömer auf die Frage von RSN, welcher von seinen beiden Kapitänen am Sonntag in San Benedetto del Tronto den Dreizack in den Händen halten solle.
“Für mich ist wichtig, dass einer unserer Rennfahrer den Tirreno gewinnt. Das wollen wir versuchen und wenn es am Ende Jai Hindley ist, dann ist es mir auch Recht“, sagte der 48-Jährige. Allerdings hat Hindley auf Platz 26 der Gesamtwertung bereits 1:45 Minuten Rückstand, für Tirreno-Verhältnisse zu viel, um nochmals nach ganz vorne zu gelangen.
Vor allen Konkurrenten: Pellizzari am Start der 5. Tirreno-Etappe | Foto: Cor Vos
So oder so wird Red Bull auch am ersten Tag durch die Marken an seiner Strategie festhalten, da auch der fünfte Abschnitt laut Pömer “Relevanz für die Gesamtwertung haben wird, schlicht und einfach aus dem Grund, weil diesmal halt die lange Bergankunft fehlt. Deshalb sind diese dynamischen Etappen einfach GC-relevant“, erklärte er und kündigte selbstbewusst an: “Wir gehen das wie ein Eintagesrennen an, wir wollen versuchen, hier mit unserem Team das Bestmögliche wieder rauszuholen.“
Nach einem dritten und einem zweiten Etappenplatz wäre ein Tagessieg in Mombaroccio der logische nächste Schritt.