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04.04.2026 | (rsn) – Ganz so eindeutig wie bei den Männern ist die Frage nach den Favoritinnen für die Flandern-Rundfahrt der Frauen nicht zu beantworten. Dennoch gibt es auch hier eine recht deutliche Tendenz, zumindest mit Blick auf die Frau, die die größten Chancen auf den Platz in der Mitte des Podiums haben dürfte.
Gemeint ist Demi Vollering (FDJ United – Suez). Zwar gewann die 29-Jährige weder die Generalprobe Dwars door Vlaanderen im Mittwoch noch hat sie schon einen Sieg bei der “Ronde“ auf ihrem Konto. In beiden Fällen steht Rang zwei für Vollering zu Buche. Doch die Konstellation spricht für die Europameisterin.
Das verglichen mit Dwars door Vlaanderen doch um einen deutlichen Zacken schärfere Profil der Flandern-Rundfahrt dürfte der Niederländerin gegenüber Marlen Reusser (Movistar) zum Vorteil gereichen. Der Schweizerin unterlag sie in Waregem nur haarscharf im Sprint. Und auch wenn Reusser ihre Bergaufqualitäten in der Vergangenheit oft genug nachgewiesen hat, ist Vollerings Spritzigkeit an den kurzen und steilen Anstiegen ein Plus für die Favoritin.
Ihr Problem könnten die letzten zwölf ebenen Kilometer nach dem letzten Anstieg, dem Paterberg, bis nach Oudenaarde werden. Dort hätte sie gegenüber Reusser und möglichen weiteren Favoritinnen durchaus einen kleinen Nachteil, der bei erwarteten Rückenwindverhältnissen allerdings noch eine Spur geringer ausfallen dürfte. Dennoch ist ein Solo bis ins Finale eher unwahrscheinlich, wenngleich nicht ausgeschlossen. Letztmals gelang das vor drei Jahren Lotto Kopecky ((SD Worx – Protime) ) – die Belgierin kam damals gut eine halbe Minute vor Vollering an.
Die Titelverteidigerin zählt auch dieses Jahr wieder zum
Favoritinnenkreis, aber tendenziell eher eine Stufe unterhalb von
Vollering. Dwars door Vlaanderen hat die 30-Jährige zwar nicht verpatzt, aber dennoch nicht das Ergebnis geliefert, das sie hätte zur Spitzenkandidatin aufsteigen lassen. Die Beine seien gut gewesen,
taktische Fehler hätten dazu geführt, dass es nur zu Rang zwölf reichte, sagte sie selbst. Doch auch wenn Kopecky vor allem mit ihrem Sieg bei Sanremo Women – wo Vollering nicht am Start war - ein bislang gutes Frühjahr fährt, fehlt irgendwie die Souveränität in ihrem Auftreten, weil vielleicht die allerletzten Prozente fehlen.
Und die könnten letztlich den Ausschlag dafür geben, dass selbst, wenn sie gemeinsam mit Vollering auf die Zielgerade kommen würde, im Sprint die Niederländerin aufgrund der größeren Reserven am Ende jubeln könnte. Letztlich ist es genau dieser Umstand, der Vollering auch von Reusser abhebt, auch wenn es bei Dwars noch anders ausging. Das gilt auch für Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ), wenngleich die seit der UAE Tour im Februar ohnehin ein wenig ihrer Spitzenform hinterherfährt. Und von Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech).
Offen ist noch die Frage, wozu Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) im Stande ist. Die Französin stand bisher nur bei Strade Bianche im Start, konnte dort aber nicht überzeugen. Dennoch muss die 34-Jährige, die 2025 Zweite in Oudenaarde wurde, immer auf der Rechnung stehen. Dass sie bisher nicht in Erscheinung trat, hat dabei nicht viel zu bedeuten.
Nicht unberechenbar, aber dennoch mit Dark-Horse-Charakter gehen die beiden Deutschen Liane Lippert (Movistar) und Franziska Koch (FDJ United – Suez) an den Start. Form und Fähigkeiten matchen durchaus mit der Flandern-Rundfahrt und dem Osterwochenende. Allerdings haben beide (mutmaßlich) eine starke Kapitänin vor der Nase, so dass zumindest im Fall von Koch eher ein alternatives Rennszenario zum Erfolg führen müsste.
Ob nun die Vorjahresdritte Lippert oder Reusser für Movistar ins Finale gehen, wird wohl von der Tagesform abhängen, wobei für die Schweizerin spricht, dass sie ihren letzten Renneinsatz siegreich beenden konnte.
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