Weißes Trikot trotz Pechsträhne

Ayuso mit 4. Platz im Geburtsort nicht ganz zufrieden

Von Christoph Matt

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Juan Ayuso (Lidl - Trek) am letzten Anstieg des Mannschaftszeitfahren | Foto: Cor Vos

04.07.2026  |  (rsn) - Vielleicht hat Juan Ayuso (Lidl - Trek) in der Pressekonferenz vor dem Start der Tour de France ein wenig tiefgestapelt und wollte die Erwartungen beim Grand Départ in seinem Geburtsort nicht zu hoch hängen. Der Spanier erklärte, seine Vorbereitung lief nicht ideal: Nach dem Sturz-Aus bei Paris-Nizza erkrankte er nach der Baskenland-Rundfahrt und musste eine Rennpause einlegen, nach der Tour Auvergne-Rhône-Alpes erwischte es ihn erneut. “Es lief nicht so gut wie erhofft, aber angesichts der Umstände bin ich in guter Verfassung”, resümierte er.

Beim Mannschaftszeitfahren in Barcelona waren die Umstände für den Sohn der Stadt offenbar ganz gut. Er fuhr an diesem Tag die viertbeste Zeit und konnte die Konkurrenz im Gesamtklassement in Schlagweite halten. Auf Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) verlor er nur vier Sekunden, auf den Etappensieger Jonas Vingegaard (Visma - Lease a bike) 16, Filippo Ganna (Netcompany - Ineos) fuhr acht Sekunden schneller über den Kurs als Ayuso. Im Ziel zeigte sich der Katalane damit jedoch nicht vollends zufrieden, er hätte sich nämlich auch über den Sieg nicht gewundert.

“Ich weiß noch gar nicht, wie ich mich fühle. Ich muss erstmal zu Atem kommen. Skjelmose hatte ein technisches Problem und wir haben auch Quinn Simmons verloren. Mit den beiden wäre es natürlich noch besser gelaufen. Ich sage jedoch nicht, dass wir gewonnen hätten. Das Glück war heute nicht auf unserer Seite, aber wir haben den Tag trotzdem sehr gut gerettet. Wir haben heute daran geglaubt, dass wir den Sieg holen können. Das ist die Tour und da gehen manchmal Dinge schief, heute war das bei uns der Fall”, erzählte er im Ziel am Montjuic.

Die deutsche Mannschaft, die komplett ohne deutschen Fahrer im Aufgebot antritt, verlor nach zehn Kilometern Simmons, kurz danach hatte ihre zweite Klassementoption Skjelmose einen Platten und verlor den Anschluss. Spätestens 3,6 Kilometer vor dem Ziel hatte Ayuso nur noch zwei Begleiter, während die Teams von Pogacar und Vingegaard an dieser Stelle noch zu viert unterwegs waren. Derek Gee-West beendete seine letzte Führung schließlich kurz vor der 3-Kilometer-Marke, worauf sich Mathias Vacek vor seinen Kapitän spannte.

“Mads Pedersen hat einen unglaublichen Job gemacht und Vacek war einfach in einer ganz eigenen Liga heute. Es war beeindruckend. Ich hatte wirklich Probleme, einfach nur an seinem Rad zu bleiben”, lobte Ayuso die beeindruckende Führung seines Teamkollegen. Im letzten Anstieg, 500 Meter vor dem Schlussstrich, lieferte dieser ihn schließlich ab.

Vacek unterstrich damit seine zuletzt beeindruckende Form. Der eigentlich nicht als Klassementfahrer gehandelte Tscheche fuhr schon bei der Tour de Suisse auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. Für die kommenden drei Wochen dürfte er für die Mannschaft eine enorm wichtige Rolle spielen.

Im Ziel lag Ayuso zwischenzeitlich auf Rang zwei, bis Pogacar und Vingegaard kamen und sich in der Platzierungsliste vor ihn schoben. Dennoch reichte es am Ende, dass er sich beim Grand Départ in seiner Heimatstadt gleich ein Führungstrikot anziehen kann. In der Nachwuchswertung führt er aktuell zehn Sekunden vor Isaac del Toro (UAE - Emirates - XRG). Obwohl das Teamtrikot von Lidl - Trek farblich sehr gut mit der katalanischen Flagge übereinstimmt und slmit auch gut gepasst hätte, dürfte er noch ein wenig stolzer sein, sich am Sonntag in seiner Heimatstadt im Weißen Trikot an den Start zu stellen.

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