Ex-Teamchef zum Zwist bei Red Bull

Lefevere: “Evenepoel ist der Alpha-Mann unter den Alpha-Männern“

Von Jan Zesewitz

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Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

11.07.2026  |  (rsn) – Neben der “außerirdischen“ Leistung von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) auf der Tourmalet-Etappe der 113. Tour de France war in den folgenden 24 Stunden der Zwist bei Red Bull – Bora – hansgrohe das Hauptthema rund um die Tour. Genauer gesagt, der Vorwurf des einen Kapitäns, Remco Evenepoel, an den anderen, Florian Lipowitz, dass dieser im Finale nicht für ihn gearbeitet hätte. 

Das rief nun den ehemaligen Teamchef des Doppel-Olympiasiegers, Patrick Lefevere, auf den Plan. “Entschuldigung, aber das war sonnenklar“, begann der langjährige Chef von Soudal – Quick-Step seine Kolumne bei Het Nieuwsblad. “Ich habe sieben Jahre mit Remco zusammengearbeitet, also glauben Sie mir: Er ist der Alpha-Mann unter den Alpha-Männern. Ich, ich ich – gemeinsame Führung? Nicht mit ihm. Auch wenn das hart klingt: Zeigen Sie mir einen Leader, der nicht so gestrickt ist.“

Lefevere gilt als Entdecker von Evenepoel und nahm ihn schon als Teenager bei den Profis unter seine Fittiche. Überrascht vom Ausbruch des Belgiers nach der Pyrenäen-Etappe schien der 71-Jährige nicht zu sein. Evenepoel forderte von seinem Co-Kapitän, dass der ihm den Sprint um Platz drei anfahren sollte, was  zum Ärger Evenepoels nicht geschah. Der 26-Jährige verwies dabei auf Helferdienste seinerseits bei der Katalonien-Rundfahrt, von denen Lipowitz profitiert habe.

“Werden einen Deutschen nicht zweite Geige spielen lassen“

“Natürlich steht es jedem frei, Fragen zu stellen, aber ob Lipowitz darauf eingehen sollte, ist eine andere Frage“, meinte Lefevere. “Es scheint mir sowieso nicht die Art von Aufgabe zu sein, die gut zu seinen Qualitäten passt. Die Rechnung mit der Katalonien-Rundfahrt sei ebenfalls typisch für Evenepoel. “Ist es auch fair? Im Rennen gibt es immer solche Dienste, aber die Situationen sind nicht miteinander zu vergleichen. Remco hätte das nicht so explizit nennen sollen", so Lefevere deutlich.

Dass sein Schützling nach sieben Jahren von Soudal zu Red Bull wechselte, ließ Lefevere ebenfalls nicht unkommentiert. “Wenn er unser Team verlassen wollte, um besser zu verdienen und besser betreut zu werden, dann gehört das dazu“, sagte er. “Bei uns wäre er immer der Leader gewesen. In einer deutschen Mannschaft werden sie einen Deutschen, der im vergangenen Jahr Tour-Dritter wurde, sicher nicht die zweite Geige spielen lassen.“

Lipowitz selbst hielt sich mit Kommentaren zu den Aussagen seines Teamkollegen zurück, am Tag danach bemühte man sich beim Raublinger Rennstall, das Thema möglichst klein zu halten. Laut Lefevere sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Erst auf der Straße könnte sich die Kapitänsfrage endgültig klären, aber bis zu den nächsten schweren Bergetappen gibt es noch viel Zeit, um über den - offiziell beendeten - Zwist weiter zu diskutieren.

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