Nach Lipowitz-Sturz

Denk kritisiert Kurvensicherung: “Niveau Dorfjugendrennen“

Von Tom Mustroph aus Chambéry und Matthias Seng

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Ralph Denk, Teamchef von Red Bull - Bora - hansgrohe, übt Kritik an der ASO | Foto: Cor Vos

22.07.2026  |  (rsn) – Nach dem Sturz im Zeitfahren der 113. Tour de France (2.UWT), bei dem sich Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, hat sein Teamchef Ralph Denk dem Veranstalter Mängel bei der Streckensicherung vorgeworden.

“Hier wurde definitiv gespart. Das kann man besser machen, mit relativ wenig Aufwand. Wir wollen nicht klagen, wir wollen nicht streiten, wir wollen anregen“, erklärte Denk vor dem Start der 17.Etappe in Chambéry gegenüber RSN. “Dass zwei Protagonisten (Lipowitz und Jonas Vingegaard, d. Red.) für das Podium vor dem großen Alpe-d’Huez-Wochenende nicht mehr dabei sind, ist nicht nur für uns ja auch schlecht, sondern auch für die Tour und für den Sport“, so der Raublinger, der dann noch anfügte, dass die Kurvensicherung “Niveau Dorfjugendrennen“ gewesen sei.

Denk wiederholte aber auch seine gestrige Einschätzung, wonach Lipowitz in der Kurve zu schnell unterwegs gewesen sei. “Es war einfach sehr, sehr viel Geschwindigkeit drauf, wahrscheinlich zu viel. Also ich sehe sonst keinen anderen Schuldigen“, so der 52-Jährige gegenüber der Medienrunde. Dennoch hätte eine bessere Absicherung möglicherweise Schlimmeres verhindert. “Ob er auch diese Verletzung von sich getragen hätte, wenn man das professioneller absichert, den Gehsteig, die Polsterung nach dem Gehsteig - warum war die nicht auf der Kante vom Gehsteig? Das kann man definitiv intensiv diskutieren“, sagte Denk.

Auch eine Möglichkeit zu ausführlicheren Streckenbesichtigungen sei sinnvoll gewesen. “Hätten wir mehr Trainingszeit bekommen auf dem Kurs, wäre es zumindest nicht von Nachteil gewesen“, sagte Denk. “Aber das ist alles wenn, wenn, wenn. Wir haben jetzt die Situation, die müssen wir eben angehen“, fügte er an.

Lipowitz war im gestrigen Zeitfahren aussichtsreich unterwegs und war bereits an der ersten Zwischenzeitnahme mit der fünftbesten Zeit geführt worden. Nach der dritten und letzten lag er auf dem vierten Platz, nur drei Sekunden hinter Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), aber sieben Sekunden vor Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) und neun vor Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), seinen unmittelbaren Podiumskonkurrenten. Kurz darauf kam es zu dem folgenreichen Sturz, der sein Tour-Aus bedeutete.

“Wir haben auch schon wieder gescherzt. Über seine Abfahrtszeiten gestern, weil die waren dann gut und schneller als bei Paul Seixas, der ja schon noch mal ein bisschen jünger ist und ein Stück weit ambitionierter sogar rangeht“, sagte Denk nun in Chambéry zu Lipowitz‘ Auftritt im Kampf gegen die Uhr.

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