Mann in Grün baut seinen Vorsprung aus

Nach dem Zwischensprint besserte sich Pedersens Laune

Von Joachim Logisch aus Orcieres-Merlette

Foto zu dem Text "Nach dem Zwischensprint besserte sich Pedersens Laune"
Hatte im ziel der 18.Tour-Etappe gut lachen: Mads Pedersen (Lidl - Trek) | Foto: Cor Vos

23.07.2026  |  (rsn) - Wer ist der beste Sprinter dieser Tour de France? Auch der Kampf der schnellen Männer wird erst am Schlusstag in Paris auf den Champ Elysees entschieden, nachdem Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) gestern die 17. Etappe in Voiron gewann und bis auf sieben Punkte an Mads Pedersen (Lidl – Trek) heranrückte.

Die Entscheidung in einem Fernduell. Denn dort, wo der aktuelle Mann in Grün seine Pfründe hat, kommt Philipsen immer erst später hin. So wie heute, als sich der bergfeste Kapitän des deutschen Teams die 25 Zähler, die im Zwischensprint zu holen sind, nach einem Berg der 1., und je einem der 2. und 3. Kategorie holte. Da war der Belgier, der nicht so gut klettern kann, schon Minuten zurück.

"Die Strategie war sehr klar. Ich habe versucht, in die Ausreißergruppe zu kommen. Ich musste in der ersten Gruppe bis zum Sprint bleiben, danach konnte ich die Beine hochnehmen und so locker wie möglich hier hoch fahren“, bestätigte Pedersen in der Mixed Zone der 18. Etappe seinen erfolgreichen Plan, der ihm mit dem 25 gewonnenen Punkten nunmehr 32 Zähler Vorsprung bescherte.

Der Däne weiß, dass das noch nicht reichen wird. "Es gibt immer noch viele Punkte zu holen. Allein in Paris sind es 75 Punkte und ich bin aktuell erst 32 Punkte vorne. Morgen wird es hart, aber ich werde mein Bestes geben. Das Ziel für Paris ist der Sieg“, kündigte Pedersen an.

Zumindest konnte er im Ziel schon wieder scherzen, nachdem er gestern missmutig seinen Arbeitstag beendet hatte. “Es braucht nicht viel, um meine Laune besser zu machen als sie gestern war. Ja klar, sie ist heute besser. Ich denke, heute war es alle Schmerzen wert“, meinte der 30-Jährige, der noch lachend anfügte: "Wir müssen schauen, ob ein Kettenblatt auch morgen funktionieren kann. Vielleicht hätte ich heute für den letzten Berg etwas anderes gebraucht, aber sonst war es kein Problem."

Geht Pedersen in den Alpen weiter auf den Zwischensprint?

Auch auf dem nun folgenden beiden Hochgebirgsetappen nach Alpe d`Huez wird Philipsen keine Punkte in den Zwischensprints holen, das ist sicher. Ob Pedersen das schafft, um seinen Vorsprung weiter auszubauen, scheint allerdings ebenso fraglich: "Morgen wird es etwas schwerer als heute. Die Anstiege zu Beginn sind schwerer, es gibt auch einen direkt zu Beginn. Ich bin trotzdem hier, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln, bis wir nach Paris kommen. Ich werde es versuchen und dann sehen wir, was passiert.“

Am Freitag sind vor dem Zwischensprint bei km 89,4 der Col de Bayard (2. Kat.) direkt nach dem Start und nach 25 Kilometern der Col du Noyer (1. Kat.) zu bezwingen. Noch härter wird es auf der Königsetappe dieser Tour, wo vor der Punktevergabe nach 66,5 Kilometern mit dem 2.067 Meter hohen Col de la Croix de Fer ein Anstieg der höchsten Kategorie bezwungen werden muss

In Paris, wo insgesamt 75 Punkte zu vergeben sind (beim Zwischensprint 25, im Ziel 50), könnte dann Philipsens Stunde schlagen, wenn Pedersens Vorsprung nicht groß genug ist.

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