McNulty mit Fieber raus aus der Tour

Virus bei UAE? “Keiner hat gebrochen oder die Scheißerei“

Von Felix Mattis aus Orcières-Merlette

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Tadej Pogacar (li.) und Isaac Del Toro (beide UAE - Emirates - XRG) | Foto: Cor Vos

23.07.2026  |  (rsn) – Adam Yates deutlich sichtbar mit Magenproblemen am Mittwoch, Tim Wellens mit Halsschmerzen und Brandon McNulty sogar ausgeschieden am Donnerstag – beim Team UAE – Emirates – XRG von Dominator Tadej Pogacar verdichten sich die Hiobsbotschaften vor dem L'Alpe-d'Huez-Doppel zum Abschluss der 113. Tour de France.

Auf dem Weg zur Bergankunft von Orcières-Merlettte waren sowohl McNulty und Wellens als auch Florian Vermeersch früh abgehängt. Felix Großschartner, Nils Politt und Yates erreichten das Ziel der 18. Etappe erst 4:24, 14:32 beziehungsweise 24:20 Minuten nach Pogacar und Isaac Del Toro, die im nur noch 13-köpfigen Favoritenfeld ankamen. Grassiert also ein Magen-Darm-Virus oder ein anderer Infekt im Team?

Bei UAE ging man mit dem Thema offen um und entkräftete so zumindest einige Spekulationen. "Bei Adam lag es eher am Magen, aber Brandon ist richtig krank. Er hat eine verstopfte Nase, Gliederschmerzen und fühlte sich schon heute Morgen gar nicht gut. Wir haben verschiedene Tests gemacht, COVID und andere Tests, alle negativ. Aber er hat Fieber", erklärte Sportdirektor Matxin Fernandez nach der Etappe am Mannschaftsbus radsport-news.com und anderen Medienvertretern.

Der US-Amerikaner habe schon kurz nach dem Start sehr gelitten und dann irgendwann über 38 Minuten zurückgelegen, so dass es unmöglich gewesen sei, das Zeitlimit zu schaffen, erklärte der Baske. Er betonte aber auch, dass es Yates dagegen schon deutlich besser gehe und der Brite am Ende der Etappe lediglich Kräfte gespart habe für die kommenden zwei Bergetappen – deshalb der große Rückstand. Gleiches galt wohl auch für Großschartner und Politt.

Politt: "Viele Fahrer im Feld sind angeschlagen"

"Brandon ist raus, der hat sich heute Morgen schon nicht gut gefühlt - gestern schon nicht. Bei Adam war es heute besser und was bei den anderen jetzt ist, weiß ich nicht. Für Florian war vielleicht der erste Berg zu schwer, aber der ist gesund", sagte Politt den deutschen Journalisten am Mannschaftsbus, um dann noch zu ergänzen: "Ich bin auch gesund, und der Rest auch."

Der Hürther versicherte außerdem: "Keiner hat irgendwie gebrochen, keiner hat die Scheißerei, auf Deutsch gesagt. Ich weiß nicht, was rumgeht, man hört von vielen Fahrern im Feld, dass sie angeschlagen und krank sind." Es vergehe nun mal kaum eine dreiwöchige Rundfahrt ohne Krankheiten.

"Wie in Corona-Zeiten: Hände desinfizieren, Maske tragen"

Wie die Konkurrenten von Red Bull – Bora – hansgrohe, so schlafen auch bei UAE die Profis während der Tour de France allesamt in Einzelzimmern, so dass die Ansteckungsgefahr minimiert wird. Fernandez erklärte außerdem, dass jeder Fahrer seinen persönlichen Masseur habe, um auch dort Überschneidungen zu verhindern. Und seit die ersten Krankheitssymptome aufgetaucht sind, werde Maske getragen.

"Wie in Corona-Zeiten: Hände desinfizieren, Maske tragen", erklärte Politt die Schutzmaßnahmen und erzählte: "Gestern Abend haben auch die Leute, die sich ein bisschen unwohl gefühlt haben, im Zimmer gegessen."

Pogacar selbst ließ sich, zumindest nach außen, nicht beunruhigen. "Felix fährt superstark, Nils Politt ebenfalls, Isaac ist fantastisch. Adam wird immer besser. Wenn Tim ihm ein bisschen Motivation gibt, beißt er sich durch alle Schmerzen. Florian kann uns von Anfang an helfen. Ich denke, wir bekommen das hin", sagte der Slowene, der völlig gesund sein soll, auf seiner täglichen Pressekonferenz und auch er meinte: "Es ist die dritte Woche, alle Teams leiden."

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