RSNplusIn freier Rolle zur Tour de France

Riedmann vertraut in Lausanne ihrem “punchy sprint“

Von Jens Claussen aus Lausanne

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Lnda Riedmann (Lotto - Intermarché) steht vor ihrer zweiten Tour de France. | Foto: Cor Vos

31.07.2026  |  (rsn) – Ein kleineres Team, dafür mehr Freiheiten für sich selbst - das war der Plan von Linda Riedmann, als sie sich entschied, Ende des vergangenen Jahres vom Top-Team Visma - Lease a Bike zum Zweitdivisionär Lotto - Intermarché zu wechseln. Ihre Erwartungen erfüllten sich zu 100 Prozent, wie sie RSN einen Tag vor dem Start der 5. Tour de France Femmes (2.WWT) erzählte.

“Der Wechsel (zu Lotto) hat sich gelohnt und ich fand es gut, dass ich im Frühjahr meine eigenen Chancen erhalten habe und vor allen Dingen bei den Klassikern selber fahren konnte”, bereute sich auch im Nachgang nichts. ___STEADY_PAYWALL___

Von ihrer Leistung bei den Klassikern jedoch hatte sich die 23-Jährige etwas mehr erwartet, wie sie rückblickend meinte. “Von der Klassikersaison habe ich mir schon ein bisschen mehr erhofft, aber wenn ich mir anschaue, wie die Vorbereitung gelaufen ist und wie die Rennen an sich gelaufen sind, dann geht es auf jeden Fall in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass ich dann nächstes Jahr nochmal besser fahren kann.”

Als Generalprobe auf ihre zweite Tour-Teilnahme bestritt Linda Riedmann (im roten Trikot) zuletzt die Polen-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

Mit Blick auf ihre eigenen Chancen und denen des Teams bei der Tour blieb Riedmann auf dem Boden, als sie sagte: “Im GC haben wir keine großen Ambitionen, wir fahren auf Etappenerfolge, aber ich habe auf jeden Fall meine Freiheiten und das auch schon auf der 1. Etappe”, erklärte sie.

Das Klassikerprofil des ersten Teilstücks rund um Lausanne nämlich komme Riedmann entgegen. “Morgen ist in jedem Fall ein hartes Finish, das sind wir auch im Training abgefahren, aber wenn es gleichmäßig den Berg hochgeht – so einen punchy Sprint habe ich schon in den Beinen. Ich muss unten rein natürlich gut positioniert sein und dann muss ich ein bisschen das Glück haben, dass es in meine Richtung läuft – ich freue mich auf jeden Fall drauf”, ließ sie keinen Zweifel daran, dass sie ihrem Team mit einem guten Resultat gerne früh den Druck nehmen möchte.

“Dann schauen wir von Tag zu Tag, wer sich gut fühlt. Auf den Bergetappen werden dann andere Leute ihre Chance bekommen. Aber die ersten drei und dann die vorletzte Etappe gehen in meine Richtung”, schien die Karbarcherin auch für den weiteren Verlauf schon einen Plan im Kopf zu haben. Denn ihre freie Rolle im Team ist eine andere als bei ihrer ersten Tour-Teilnahme 2024, in der sie ausschließlich mit Helferdiensten betraut war.

Bei ihrem Tour-Debüt 2024 war Riedmann im Trikot von Visma – Lease a Bike und als Helferin unterwegs. | Foto: Cor Vos

Das Einzelzeitfahren der 4. Etappe nach Dijon, immerhin eine Disziplin, in der sie im Vorjahr Vizemeisterin bei den Deutschen Meisterschaften in der U23-Kategorie wurde, werde sie eher entspannt angehen, blickte sie voraus. “Da das Team und ich nicht auf GC fahren, ist das Zeitfahren weniger wichtig für mich. Ich will es jetzt auch nicht Erholungstag nennen, aber er weniger stressig und nicht so entscheidend wie die ersten drei Tage davor.”

Vor der auch für die Frauen-Tour gemeldeten Temperaturen weit jenseits der 30 Grad ist ihr im Übrigen nicht bange. “Nach den letzten Wochen komme ich mit der Hitze eigentlich gut klar, fast alle Rennen fanden ja in der Hitze statt – in Portugal hatten wir auf einigen Etappen auch 40 Grad“, sagte sie. Und als Beleg dieser Aussage kann die 4. Etappe der Volta a Portugal Femenina dienen, auf der Riedmann ihren ersten Sieg bei den Profis feierte.

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