Die Stimmen zur 9. Etappe der Tour de France Femmes

Koch: “Es ist eine große Ehre, für Demi alles zu geben“

Von Matthias Seng

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Franziska Koch (FDJ United - Suez) auf der Schlussetappe der 5. Tour de France Femmes | Foto: Cor Vos

09.08.2026  |  (rsn) – Ein packendes Duell bis kurz vor der letzten Bergwertung, ein Sturz-Drama um Marlen Reusser (Movistar) und der wahr gewordene "Gelbe Traum" von Demi Vollering (FDJ United – Suez) , die als erste Fahrerin in der noch jungen Geschichte des Rennens zum zweiten Mal das Gelbe Trikot mit nach Hause nehmen kann: Die abschließende 9. Etappe der Tour de France Femmes (2.UWT) bot das erwartete Spektakel, an dessen Ende die 29-jährige Vollering in Nizza  als strahlende Siegerin ganz oben auf dem Podium stand.

Die Europameisterin setzte sich mit ihrem dritten Etappensieg letztlich souverän vor Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM) durch. Die Polin hatte an der letzten Überquerung des Col d’Eze nichts unversucht gelassen, musste sich dann aber einer Attacke Vollerings beugen. 

Dennoch erobert Niewiadomas deutsches Team auch ein Wertungstrikot – und zwar das Weiße durch Tour-Debütantin Antonia Niedermaier, die wie die Gesamtdritte Elisa Longo Borghini (UAE – L’imad) von Reussers Sturz profitierte und im Gesamtklassement noch auf Rang vier vorrückte. Dagegen stürzte die Zeitfahrweltmeisterin aus der Schweiz vom dritten auf den 14. Platz ab, nachdem sie sich mit 24:35 Minuten Rückstand ins Ziel gekämpft hatte.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonistinnen zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 9. Etappe der Tour de France Femmes:

Demi Vollering (FDJ - Suez United /Gesamtsiegerin / Flash - Interview): "Ich dachte heute daran, dass ich noch nie im Gelben Trikot gewonnen habe. Ich dachte an mein Team, ich dachte an Celia (Gery), die eine wirklich harte Nacht hatte. Ich dachte an all die Arbeit, die ich davor investiert habe. Ich dachte an all die Menschen, die hinter mir stehen und an Specialized mit denen ich an dem neuen Fahrrad gearbeitet habe. Sie haben dieses Rad genau für solche Sachen gebaut: um bergab die Schnellste zu sein, um bergauf die Schnellste zu sein. Es ist unglaublich, welche Menschen ich um mich herum habe.“

Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM / Gesamtzweite / Eurosport): “Eine Kontrahentin wie Demi zu haben, motiviert mich, immer stärker zu werden. Ich weiß, die Tour ist gerade zu Ende gegangen, aber ich würde gerne meinen Coach anrufen und sagen, welche Dinge wir ändern oder daran arbeiten müssen.“

Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM / Weißes Trikot / ARD):“Es war eine supertolle Tour und ich freue mich auch, dass es so ein super Ergebnis geworden ist. Leider ist es für Kasia nicht Gelb geworden. Aber trotzdem sind wir superstolz auf sie. (Weißes Trikot:) Ich hoffe, dass es eine Inspiration für alle jungen Mädchen, die Rad fahren. Ich hoffe, dass ich sie irgendwie begeistern kann und auf das Rad kriegen kann.“

Elisa Longo Borghini (UAE - L’Imad / Gesamtdritte / ESP): “Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte. Ich hätte nie gedacht, dass ich nach der 5. Etappe und nach dem Einzelzeitfahren noch auf dem Podium lande. Ich will wirklich einfach nur nach Hause zu meiner Familie, mich auf die Couch legen und eine Woche lang schlafen. In den letzten Tagen bin ich ständig um drei Uhr morgens aufgewacht und habe gegrübelt: über das Zeitfahren und über jede Etappe.” 

Ronny Lauke (Canyon – SRAM / Teamchef / ARD): “Wir hatten eine tolle Rundfahrt. Wir haben den zweiten Platz belegt. Wir sind jetzt seit jeder Tour, seitdem die in der Neuzeit stattfindet, auf dem Gesamtpodium. Wir haben eine Etappe gewonnen. Wir haben das Weiße Trikot mit Antonia geholt. Wir haben mit Antonia die Vierte in der Gesamtwertung. Sie ist ein aufstrebendes Talent für die Zukunft. Es war ein hervorragendes Rennen für uns. Wir gehen ganz stolz und mit erhobenem Haupt nach Hause.“

Lars Boom (Sportdirektor FDJ United – Suez / Eurosport): “Es ist schön, alle Menschen im Team so glücklich zu sehen, und es macht auch einiges mit mir. Ich habe im Auto auf den letzten paar Kilometern auch ein paar Tränen verdrückt, weil es wirklich besonders ist. Alle arbeiten so hart und ziehen an einem Strang. Demi ist eine außergewöhnliche Person. Sie hat sehr viel Respekt für jeden im Team. Sie hat sich das wirklich verdient.“

Paula Blasi (UAE - L’Imad / Gesamtfünfte / Eurosport): “Mit jedem Kilometer fühlte es sich sicherer an und wir sagten uns: Wir müssen als Team zusammenarbeiten, denn Antonia (Niedermaier) sah extrem stark aus und lag in der Gesamtwertung auf Platz vier. Kurz gesagt: Wir wollten das Podium absichern. Das nächste Podium wird auf der Party geholt! Wenn wir bei der Tour schon abräumen, dann gehen wir auch bei der Feier steil. Wir werden irgendeinen Club richtig aufmischen! Jetzt ist Zeit, ein bisschen aufzudrehen. Es waren neun sehr, sehr harte und anstrengende Tage. Jetzt heißt es erst einmal entspannen.“

Liane Lippert (Movistar / ARD): “ Ich glaube, jeder Tag war eigentlich eine Herausforderung. Aber Lieblingsmomente: die Teamarbeit. Wir haben alles gegeben. Im Endeffekt haben wir aber alles verloren. Wir haben uns auch echt alle zurückgenommen für das Gesamtklassement. Im Endeffekt ist alles verloren. Das ist schade. Aber ich bin trotzdem stolz auf unser Team.“

Franziska Koch (FDJ United – Suez / ARD):“Es ist eine große Erleichterung, dass wir es endlich geschafft haben. Wir sind überglücklich. Es ist eine große Ehre, hier dabei zu sein und für Demi alles zu geben. Wir sind mit so großen Zielen hierhergekommen. Wir sind halt auch eine Gruppe, nicht nur auf dem Fahrrad, sondern auch in unserer Freizeit oder im Trainingslager. Ich denke, das ist sehr, sehr wichtig.

  Juliette Berthet (FDJ - Suez United / Elfte / ESP): “Wir sind unheimlich erleichtert. Es war ein wirklich schöner Tag, aber es war hart. Ich habe mich heute gut gefühlt und das tut gut, weil ich eine wirklich schwere Woche hatte. Demi kann stolz sein, und wir alle können stolz auf uns sein. Ich realisiere noch gar nicht, was wir diese Woche geschafft haben, es ist einfach wunderschön. Ich bin müde, aber ich könnte glatt nochmal starten, es geht eigentlich. Jetzt bin ich gerade so richtig im Flow, Wir sind einfach super glücklich.“

Kelvin Dekker (Sportdirektor Movistar / Eurosport): “Sie (Marlen Reusser) ist ok. Es war kein Highspeed-Sturz. Sie ist die Kurve etwas komisch angefahren und ist dann wegen einer Unebenheit auf der Straße gestürzt. In diesem Moment war sie hauptsächlich enttäuscht, weil ihr das Podium entglitten ist. Am Boden hat sie dann endgültig realisiert, dass es weg ist. Das war der Hauptgrund, warum sie länger am Boden war. Sie war einfach traurig und enttäuscht. Dieses Gefühl wird auch noch etwas länger bestehen als die Wunden des Sturzes.“

 

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