Auftaktsiegerin gewinnt 2. Tour-Etappe

Rekord ausgebaut: Wiebes auch in Genf eine Klasse für sich

Von Matthias Seng

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Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) hat auch die 2. Etappe der Tour de France Femmes 2026 gewonnen. | Foto: Cor Vos

02.08.2026  |  (rsn) – Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) hat auch auf der 2. Etappe der Tour de France Femmes 2026 alle Konkurrentinnen in der Schatten gestellt und sich über 147,9 Kilometer von Aigle nach Genf ihren insgesamt siebten Tagessieg gesichert.

Die 27-jährige Niederländerin setzte sich, nachdem Ausreißerin Riejanne Markus (Lidl – Trek) rund 400 Meter vor dem Ziel gestellt worden war, im erwarteten Sprint mit großem Vorsprung vor der Italienerin Elisa Balsamo (Lidl – Trek) durch und baute damit sowohl ihren Tour-Rekord als auch ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

Hinter der Niederländerin Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) und der Belgischen Meisterin Shari Bossuyt (AG Insurance – Soudal) wurde die Italienerin Letizia Paternoster (Liv – AlUla – Jayco) Fünfte. Linda Riedmann, deren Team Lotto – Intermarché auf der Etappe gleich drei Fahrerinnen einbüßte, war auf Rang zehn beste der sechs deutschen Fahrerinnen.

Wiebes: "Jedes Mal aufregend und nervenaufreibend"

“Meine Teamkolleginnen haben im Finale Vollgas gegeben, um Riejanne Markus zurückzuholen. Es war dann umso schöner, es im Gelben Trikot zu vollenden“, sagte Wiebes im Flash-Interview zu ihrem 15. Saisonsieg, der allerdings hart erkämpft war, da ihre Landsfrau Markus nach einer Attacke knapp 40 Kilometer vor dem Ziel bis auf die Zielgerade die Verfolgerinnen auf Distanz halten konnte.

“Sie hat es lange geschafft, vorne zu bleiben und wir haben uns dann entschlossen, auch Lotte (Kopecky) in die Tempoarbeit einzubinden, weil wir jede gebraucht haben. Dann lag es an mir, meinen eigenen Weg zu finden, und ich habe einige gute Hinterräder gefunden und konnte 200 Meter vor dem Ende aus dem Windschatten herausfahren. Dann habe ich meinen Sprint gestartet“, erzählte die schnellste Frau der Welt, die auch nach dem 133. Sieg als Profi nichts als Routine nimmt. “Jeder Sprint ist aufregend, weil, wenn du nur einen kleinen Fehler machst, der Sprint vorbei ist. Für mich ist es jedes Mal aufregend und nervenaufreibend zu sprinten“, gestand Wiebes ein.

Im Gesamtklassement liegt sie nun 14 Sekunden vor Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) aus Mauritius sowie 16 Sekunden vor ihrer Landsfrau Demi Vollering (FDJ United – Suez). Die Schweizerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly / +0:20) rückte als Tagesachte eine Position vor und führt auf Rang vier nun eine Gruppe von sieben zeitgleichen Fahrerinnen an. Dazu gehören auch Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike / 9.) aus Frankreich und die Schweizerin Marlen Reusser (Movistar / 10.). Als beste deutsche Fahrerin behauptete die Giro-Zweite Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – WeFemmes / +0:28) den 17. Platz.

Wiebes baute auch ihre Führung in der Punktewertung aus. Die Französin Océane Mahé (Ma Petite Entreprise) behauptete die Führung in der Bergwertung. Die Spanierin Paula Blasi (UAE – Team L’Imad) bleibt im Weißen Trikot der besten Nachwuchsfahrerin, ihr Team bverteidigte die Führung in der Mannschaftswertung.

So lief die 2. Etappe der Tour de France Femmes:

Nach dem Ausscheiden von Christina Schweinberger (Fenix - Premier Tech) und Brodie Chapman (UAE - Team L'Imad) nahmen noch 143 Fahrerinnen in Aigle den zweiten Tag der Frankreich-Rundfahrt in Angriff. Lange Zeit blieben bei Temperaturen von erneut deutlich über 30 Grad alle Attacken erfolglos.

Cedrine Kerbaol (EF Education - Oatly) und Marion Bunel (Visma - Lease a Bike) sicherten sich aus dem Feld heraus die ersten beiden von fünf Bergwertungen des Tages, ehe sich kurz darauf fünf Fahrerinnen absetzten. 94 Kilometer vor dem Ziel löste sich zunächst Eline Jansen (VolkerWessels), der sich kurz darauf Yuliia Biriukova (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi) und Carlotta Cipressi (Human Powered Health) sowie dann noch Anouska Koster (Uno-X Mobility) und Eva Comte (Cofidis) anschlossen.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Tour de France Femmes | Foto: Veranstalter

Auf nun flacherem Terrain gewährte das von SD Worx angeführte Feld dem Quintett mehr als drei Minuten Vorsprung. Zugleich gelang zwischenzeitlich abgehängten Fahrerinnen wie etwa Bergkönigin Mahé wieder der Anschluss. Comte holte sich den dritten Bergpreis, die Ukrainische Meisterin Biriukova gewann den Zwischensprint und verbuchte damit 25 Punkte.

Danach schnappte sich Koster die beiden letzten Bergpreise und rückte damit in der Sonderwertung bis auf einen Punkt an Mahé heran. In der Hügelzone hielt sich nur noch Comte am Hinterrad der Niederländerin, doch das Duo lag 45 Kilometer vor dem Ziel nur knapp vorn und wurde kurz darauf von einer Verfolgerinnengruppe um Célia Gery (FDJ United – Suez) gestellt.

Kurz darauf war aber auch das nach wie vor von SD Worx angeführte Feld heran, ohne dass allerdings Ruhe eintrat. Riejanne Markus konterte eine weitere Attacke von Comte und erarbeitete sich einen Vorsprung von mehr als eine Minute auch deshalb, weil sich Wiebes‘ Teamkolleginnen aus der Verfolgung zurückzogen.

Riejanne Markus gegen das Feld

Dann reagiert SD Worx aber doch und machte sich, unterstützt von Visma – Lease a Bike, daran, die Niederländerin wieder zurückzuholen. Die allerdings wehrte sich nach Kräften und büßte zunächst nur wenige Sekunden ein. Erst als sich auch SD-Worx-Kapitänin Anna van der Breggen vor das deutlich geschrumpfte Feld spannte, nahm der Abstand auf nunmehr flachem Terrain zunächst schnell auf 30 Sekunden ab.

Daran hatte sich eingangs der letzten fünf Kilometer nichts geändert, doch dann warf SD Worx alles in die Waagschale und führte in Gestalt der zweimaligen Weltmeisterin Lotte Kopecky das Feld bis auf zehn Sekunden an Markus heran, ehe Liv – AluUla – Jayco 400 Meter vor dem Ziel die Ausreißerin doch noch einfing. 

Wiebes hatte zu diesem Zeitpunkt keine Helferin mehr bei sich, konnte sich aber ein weiteres Mal auf sich selbst verlassen, um sich im Sprint mit mehreren Radlängen Vorsprung ihren zweiten Sieg in Serie zu sichern. Die 31-jährige Markus dagegen musste sich mit der Auszeichnung als Kämpferischster Fahrerin zufrieden geben.

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