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02.08.2026 | (rsn) – Obwohl es für einen Etappensieg bisher nicht gereicht hat, zeigte sich Lidl – Trek als das bisher vielleicht aktivste Team der Tour de France Femmes 2026. Bereits zum Auftakt versuchte die deutsche Mannschaft das Rennen durch Attacken mitzugestalten und Amanda Spratt fuhr schließlich zur Spitzengruppe vor.
Am Sonntag schrammte nun Riejanne Markus knapp am Tagessieg vorbei. Die Niederländerin wurde erst 400 Meter vor dem Ziel gestellt, nachdem sie fast 40 Kilometer alleine das Hauptfeld in Schach hielt und bekam den Preis der 'Kämpferischsten Fahrerin des Tages'. Ihr Team bleibt weiter optimistisch.
"Ich denke, ich habe es geschafft, SD Worx richtig zum Leiden zu bringen", war die Markus im Ziel trotz des verpassten Erfolgs stolz auf ihre Leistung. "SD Worx hatte Schwierigkeiten, die Situation zu kontrollieren, und das wollten wir heute erreichen." Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) hatte somit im Finale keine direkte Leadout-Helferin mehr an ihrer Seite, gewann den Sprint um den Sieg in Genf am Ende aber trotzdem souverän.
Sogar die GC-Fahrerin Anna van der Breggen warf SD Worx in die Waagschale. "Ich hätte nicht erwartet, dass sie das machen", zeigte sich Markus überrascht. "Es ist etwas traurig, dass andere Teams dann auch mitgeholfen haben. Aber so ist Frauenradsport. Wir wussten, dass heute alle Sprinterinnen die Möglichkeit ergreifen wollen, weil sie bei dieser Tour nicht viele bekommen werden. Wir waren nah dran, aber nicht nah genug."Als SD Worx die Helferinnen ausgingen, sprangen Teams wie Liv – AlUla – Jayco in die Bresche.
Doch auch wenn Markus' Solo nicht von Erfolg gekrönt war, musste man bei Lidl – Trek nicht unzufrieden sein. An einem Tag, den viele von vorne herein Sprint-Dominatorin Wiebes zugeschrieben hatten, wurde Lidl-Sprinterin Elisa Balsamo immerhin 'Best of the Rest'.
"Elisa wird am Ende Zweite, was ein wirklich schönes Resultat ist. Wir machen alles gut, und ich denke, wenn wir weiter so Rennen fahren, kommen wir näher ran", meinte Markus. Die Italienerin hatte sich am Ende der 1. Etappe noch über die Fahrweise ihrer Konkurrentinnen beschwert, weil sie durch den Sturz von Letizia Paternoster (Liv – AlUla – Jayco) und Dominika Wlodarczyk (UAE – L'Imad) aufgehalten worden war und so nicht in den Sprint um den Auftaktsieg eingreifen konnte.
Auf dem zweiten Tagesabschnitt war sie nun am Ende zwar auch chancenlos gegen Wiebes, konnte durch die Vorarbeit von Markus jedoch immerhin ihren Sprint ohne Probleme fahren. "Heute ist ein neuer Tag und Elisa ist einen super Sprint gefahren", versuchte die Sportliche Leiterin Ina-Yoko Teutenberg nach vorne zu blicken. "Aber im Moment ist Lorena einfach besser, deshalb konnte sie nicht gewinnen. Das hat sie heute aber nicht beeinflusst."
Die zu ihrer Zeit beste Sprinterin der Welt zeigte sich mit der Teamleistung zufrieden. "Riejanne hat sich länger gehalten, als wir gedacht haben", meinte Teutenberg gegenüber RSN. "Wenn man so 30, 35 Kilometer vor dem Ziel allein rausfährt, ist es schon schwer. Sie hat das ganze Team SD Worx verbraucht. Klar ist man traurig, dass sie die 500 Meter nicht noch geschafft hat, aber man sieht, dass man es versuchen muss." Markus erfüllte die taktischen Anweisungen genau.
"Wir wollen die ganze Woche in die Ausreißergruppen fahren“, erklärte Teutenberg die Herangehensweise. “Wir wussten, dass aus der kleinen Gruppe nach den zwei Bergen etwas entstehen wird. Es war schon so geplant. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn noch jemand dabei gewesen wäre. Es war ein super Versuch, der fast funktioniert hätte." Von der aggressiven Taktik abringen wird der heutige Tag das Lidl-Team mit Sicherheit nicht.
"Wir sind aggressiv gefahren, so wie wir uns das vorgenommen haben. Wir hoffen, dass es dann irgendwann auch mit so einer Attacke passt und wir unseren Etappensieg bekommen", sagte Teutenberg und auch Markus zeigte sich kämpferisch: "Wir wollen jeden Tag All-In gehen. Wir haben nichts zu verlieren und wollen um Etappensiege mitkämpfen. Wir fahren, als würde es morgen keine Etappe geben. Wir werden es weiter versuchen und dann werden wir sehen, was passiert."
Teutenberg will trotz Wiebes‘ Dominanz auch die Sprints noch nicht aufgeben: "Wenn man als Sprinterin gewinnt, hat man immer dieses Selbstvertrauen. Lorena ist sehr stark und schwer zu schlagen. Aber schlagbar ist sie auf jeden Fall", meinte die 51-Jährige.
Sollte es auf diesem Weg dennoch nicht funktionieren, sieht sich Markus nach ihrer Solofahrt auch für das Zeitfahren gut gewappnet. "Es war mit Sicherheit ein Aufwärmen", sagte sie mit einem Grinsen und wohl aber vor allem der Hitze vom Sonntag im Kopf, als sie auf die 4. Etappe in Dijon am Dienstag angesprochen wurde. "Ich hoffe, ein gutes, aber das werden wir in zwei Tagen sehen."