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09.08.2026 | (rsn) – Erst Marlen Reusser (Movistar), dann Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM) und seit gestern Demi Vollering (FDJ United – Suez): Das Gelbe Trikot der 5. Tour de France Femmes wechselte in den vergangenen Tagen unter den Top-Favoritinnen munter durch.
Nach ihrem zweiten Etappensieg geht die Niederländerin mit acht Sekunden Vorsprung auf Niewiadoma am Nachmittag ins große Finale rund um Nizza. Die Polin und Reusser, die allerdings bereits 1:12 Minuten Rückstand aufweist, werden alles versuchen, Vollering noch vom Thron zu stoßen. Die Schlussetappe mit dem von Paris-Nizza bekannten und viermal zu befahrenden Col d’Eze bietet dazu einige Gelegenheiten. ___STEADY_PAYWALL___
RSN blickt auf die ersten drei im Gesamtklassement und auch auf die Sonderwertungen.
Die Gesamtsiegerin von 2023 ging in den vergangenen Jahren immer als Top-Favoritin auf Gelb ins Rennen – so auch 2026. Vor der Etappe auf den Mont Ventoux schien die Niederländerin trotz ihres Rückstands auf Marlen Reusser in der Pole Position. Doch dann verzockten sich die beiden in der Verfolgung von Niewiadoma, ehe Vollering auf dem Schlusskilometer doch noch Reusser loswurde und den Rückstand gegenüber der Etappensiegerin verkürzen konnte. Mit Wut im Bauch nutzte sie auf der vorletzten Etappe ihre Antrittsstärke und führt das Gesamtklassement nun mit einem Vorsprung von acht Sekunden auf die Toursiegerin von 2024 an.
Die Schlussetappe rund um Nizza sollte der neuen Trägerin des Gelben Trikots liegen. Aus einem Sprint gegen Niewiadoma sollte sie als Siegerin hervorgehen. Auch Rolf Aldag, der Sportliche Leiter von Canyon-SRAM, bemerkte gegenüber der ARD, dass Niewiadoma die Gesamtführende wohl unterwegs abhängen müsse. Vollerings Hauptaugenmerk dürfte also auf das Hinterrad der Polin gerichtet sein. Gleichzeitig muss die 29-Jährige aber auch aufpassen, dass sich das Szenario vom Ventoux nicht mit vertauschten Rollen wiederholt. Reusser liegt mehr als eine Minute zurück auf Platz drei und wird ebenfalls angreifen müssen, um ihre kleine Chance auf Gelb noch in die Tat umsetzen zu können. Möglicherweise lautet Vollerings beste Devise also Angriff. Somit würde sie sich den Taktikspielchen ihrer Konkurrentinnen entziehen.
Wie Vollering am Samstag dürfte die Polin mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in den Schlussabschnitt gehen. Die 31-Jährige zeigte sich von einem angeblich gefährlichen Manöver von Vollerings Teamkollegin Célia Gery wenig begeistert. Niewiadomas Ziel wird es sein, Vollering bergauf an einer der vier Passagen über den Col d’Eze abzuhängen - sei es bergauf oder bergab.
Das Canyon-Team wird dafür wohl früh das Tempo erhöhen wollen. Mit Antonia Niedermaier steht ihr dabei wohl die beste Berghelferin der drei Top-Favoritinnen zur Verfügung. Die Deutsche könnte das Feld bereits vom Start weg am ersten Anstieg ausdünnen. Als sie sich am Mont Ventoux an die Spitze des Feldes setzte, konnten ihr bereits nach kurzer Zeit nur die besten Kletterinnen folgen. “Kasia wird keinen Stein umgedreht lassen, um zu versuchen, die Tour zu gewinnen“, kündigte Aldag am Samstag bei der ARD an.
Die Schweizerin geht als Außenseiterin in die finale Etappe Und das, obwohl sie vor zwei Tagen noch im Gelben Trikot fuhr. Die 34-Jährige könnte es am Col d’Eze machen wie Niewiadomas am Ventoux einnehmen und darauf hoffen, dass sich ihre beiden Konkurrentinnen im Fall einer Attacke gegenseitig anschauen und es ihr so gelingt, den vergleichsweise großen Rückstand doch noch wettzumachen. Denkbar wäre aber auch eine Attacke in den kurzen Flachstücken zwischen dem Col d’Eze. Hat die Zeitfahrweltmeisterin erst einmal eine Lücke gerissen, wird es für die Konkurrentinnen auch dann schwierig, wenn sie zusammenarbeiten.
Der Col d’Eze ist zudem nicht der ‘Riese der Provence‘ und sollte Reussers Fähigkeiten besser entsprechen. “Es kann alles passieren“, sagte ihre deutsche Teamkollegin Liane Lippert vor der Schlussetappe.
Neben dem Kampf um Gelb sind auch zwei weitere Sonderwertungen noch nicht entschieden. Während Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) ihr Bergtrikot nur sicher über die Ziellinie bringen muss, hat Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) zwar einen komfortablen Vorsprung im Kampf um Grün. Zumindest theoretisch könnte es ihr die zweitplatzierte Vollering aber noch abnehmen. 32 Punkte trennen die beiden Niederländerinnen, 45 sind rund um Nizza noch zu vergeben. Vollerings Augen werden aber ausschließlich auf die Verteidigung des Gelben Trikots gerichtet sein.
Spannend könnte es noch im Kampf um das Weiße Trikot werden, in dem Niewiadomas Teamkollegin Antonia Niedermaier 1:11 Minuten vor Vuelta-Siegerin Paula Blasi (UAE - L'Imad) liegt. Die Rosenheimerin wird sich auch am Schlusstag in den Dienst ihrer Leaderin stellen, die einen Großangriff auf Gelb starten wird.
Wird die 23-jährige Blasi mit Blick auf Weiß Ähnliches im Sinn haben oder wird die Spanierin für ihre Teamkollegin Elisa Longo Borghini arbeiten, deren Rückstand auf das Podium allerdings fast zwei Minuten beträgt.
Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM) will sich am Schlusstag der Tour das Gelbe Trikot zurückholen. | Foto: Cor Vos Kasia Niewiadoma
Marlen Reusser
Trotz eines relativ großen Rückstands rechnet sich auch Marlen Reusser (Movistar, vorne im blauen Trikot) noch Chancen auf Gelb aus.| Foto: Cor VosGrün, Gepunktet und Weiß
Bringt Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) ihr Weißes Trikot sicher nach Nizza? | Foto: Cor Vos
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