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08.08.2026 | (rsn) - Demi Vollering (FDJ United - Suez) hat sich für ihre Niederlage am Mont Ventoux vom Vortag gegen Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon - SRAM) auf der 8. Etappe der Tour de France Femmes von Sisteron nach Nizza revanchiert und mit dem Etappensieg das Gelbe Trikot von der Polin übernommen.
An einer steilen Rampe knapp sieben Kilometer vor dem Ziel attackierte Vollering, Niewiadoma-Phinney und Elisa Longo Borghini (UAE - L'Imad) blieben bis 100 Meter vor dem Scheitelpunkt mit, dann setzte sich die Niederländerin ab und kam mit 17 Sekunden Vorsprung auf das Verfolger-Duo ins Ziel. Damit schlüpfte sie ins Gelbe Trikot und liegt vor der schweren Schlussetappe rund um Nizza acht Sekunden vor Niewiadoma-Phinney. Marlen Reusser (Movistar) erreichte in der nächsten Verfolgergruppe mit 38 Sekunden Rückstand das Ziel und bleibt Gesamt-Dritte, nun mit 1:12 Minuten Rückstand.
Vollering folgte mit diesem Sieg einer eigenen Vision: "Irgendwann, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber vielleicht im Januar, als ich mir die Strecke hier angesehen habe, habe ich vor meinen Augen gesehen, dass ich hier Gelb erobern werde", sagte sie im Sieger-Interview. "Es hat keinen Sinn gemacht und ich habe es auch völlig vergessen. Es war sehr komisch. Heute Morgen kam dieses Deja-vu irgendwie zurück. Vielleicht soll es so sein, habe ich mir gedacht. Während des Rennens habe ich versucht, daran zu denken, dass ich es schaffen kann. Wir haben es zumindest versuchen müssen und sind sehr tief gegangen. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Irgendwie haben wir es geschafft."
Für Vollering war es der zweite Etappensieg bei dieser Tour. Die Niederländerin wollte mit einer Attacke nicht bis zum letzten entscheidenden Tag rund um Nizza mit einer vierfachen Überführung des Col d'Eze warten - das muss nun Niewiadoma-Phinney tun, um die acht Sekunden Rückstand aufzuholen. Die Polin klagte über eine Behinderung durch Vollering-Helferin Célia Gery am letzten kategorisierten Anstieg vor der an diesem Tag entscheidenden Rampe.
Für den Skeundenkrimi um Gelb muss die Canyon-SRAM-Kapitänin auf die Hilfe von Antonia Niedermaier zählen. Die Rosenheimerin erreichte in der Reusser-Gruppe das Ziel in Nizza und verteidigte damit ihr Weißes Trikot. In der Gesamtwertung liegt sie nach wie vor auf Platz fünf, 3:54 Minuten hinter Vollering. Longo Borghini ist Vierte, 3:05 Minuten zurück. Die Bergwertung ist rechnerisch bereits zugunsten von Puck Pieterse (Fenix - Premier Tech) entschieden. Im Kampf um Grün kann es noch einmal spannend werden: Lorena Wiebes (SD Worx - Pro Time) liegt vor dem Schlusstag 32 Punkte vor Vollering.
Ohne Pauline Ferrand-Prevot ging die vorletzte Etappe der Tour de France Femmes 2026 los. Etwa 30 Kilometer dauerte es, bis sich zwei Fahrerinnen entscheidend vom Hauptfeld absetzen konnten. Maeva Squiban (UAE – L’IMAD) und Loes Adegeest (Lidl – Trek) bauten den Abstand auf den nächsten zehn Kilometern auf über zwei Minuten aus. .
Das Spitzenduo hatte zu diesem Zeitpunkt den Abstand bereits auf über vier Minuten erhöht. Auf dem Weg zur zweiten Bergwertung am Col de Toutes Aures (4. Kat.) ging die Lücke auf sechs Minuten auf und blieb in der drauffolgenden zehn Kilometer langen Abfahrt und auch noch bis zum Zwischensprint in Puget-Theniers konstant. Dort holte Adegeest vor Squiban die 25 Punkte, für beide hatte das aber keine Priorität. Lorena Wiebes (SD Worx – Protime), die Führende in der Sprintwertung, hatte viel mehr Interesse an den Punkten und holte sich als Dritte noch 17 Zähler ab. In weiterer Folge schrumpfte der Vorsprung langsam, aber stetig.
Das Streckenprofil der 8. Etappe der Tour de France Femmes (2.WWT) | Foto: Veranstalter
Bis zum Start des vorletzten Anstiegs 18 Kilometer vor dem Ende zur Cote de Colomar (4. Kat.) reduzierte sich der Abstand des Pelotons auf das Führungsduo auf anderthalb Minuten. Das Team Movistar erhöhte kurz dem Fuß der Steigung deutlich das Tempo und führte das Peloton hinein in den Berg. Dort war es dann Zoe Backstedt, die für ihre Teamkollegin Niewiadoma ein hohes Tempo anschlug. Mit noch einer Minute Vorsprung retteten sich Squiban und Adegeest über die Bergwertung, doch dann begann das Drama im Finale.
Squiban rutschte in einer engen Linkskurve weg und stürzte zu Boden. Sie sprang zwar sofort wieder auf ihr Rad, musste nach wenigen Metern aber feststellen, dass sie große Schmerzen in der linken Hand hatte. Trotzdem fuhr sie weiter, wurde aber wenig später vom Peloton eingeholt. Auch für Adegeest war es wenig später vorbei, als sie auf dem Weg zur letzten Bergwertung vom FDJ-Zug angeführt von Franziska Koch eingesammelt wurde. An der Spitze hatte Vollering nur noch Celia Gery vor sich und Niewiadoma direkt an ihrem Hinterrad. Die Entscheidung fiel an der letzten 450 Meter langen Rampe, die bis zu 16,7 % Steigung zu bieten hatte.
Vollering lancierte von unten weg eine explosive Attacke, der zunächst nur Longo Borghini und Niewiadoma folgen konnten. Alles sah danach aus, als ob sie zu dritt die Strandpromenade von Nizza erreichen würden. Kurz vor dem Scheitelpunkt ging Niewiadoma-Phinney aber die Kraft aus und Vollering konnte eine Lücke schaffen.
Drei Kilometer vor dem Ziel waren es nur fünf Sekunden, doch Niewiadoma und Longo Borghini konnten die Lücke nicht mehr schließen. Die Polin hatte keine Körner für weitere Tempoarbeit übrig und fuhr schließlich am Hinterrad von Longo Borghini mit 17 Sekunden Rückstand hinter Vollering ins Ziel.
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