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06.01.2018 | Für meine neue ARD-Filmreportage „Grenzenlos“ überquerte ich zusammen mit der mehrfachen Paralympics-Gewinnerin Anna Schaffelhuber in sechs Etappen die Alpen. Gemeinsam starteten wir mit Mountainbike und Hand-E-Bike von Garmisch in Oberbayern.
Die Tour führte uns über Seefeld und den Alpenhauptkamm
am Brenner in Österreich nach Sterzing in Italien. Weiter ging es nach Tiers und über den höchsten Punkt der Tour, den Passo Pampeago nach Cavalese ins Val di Fiemme.
Vom Lago di Molveno strampelten wir dann schließlich bis zum Gardasee, unserem Zielort. Insgesamt legten wir dabei fast 9000 Höhenmeter und 400 Kilometer zurück.
Mir war es eine Herzensangelegenheit, bei dieser Tour
das Thema Inklusion im Sport und im Alltag hautnah selbst zu erleben, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie es wirklich ist.
Anna Schaffelhuber wurde mit einer Querschnitslähmung geboren, hat aber ihre Behinderung nie als Einschränkung gesehen. Gerade über gemeinsame Aktivitäten kann man voneinander lernen und der Sport hilft, unverkrampft miteinander umzugehen, gemeinsam Erfahrungen zu machen und Erlebnisse wie selbstverständlich und auf Augenhöhe zu teilen.
Für mich war die Tour mit Anna deshalb nicht nur
ein unvergessliches Abenteuer, sondern auch eine wichtige Lebenserfahrung, von der ich viel mit in meinen Alltag genommen habe.
Anna ist eine beeindruckende, bemerkenswerte junge Frau mit unglaublich positiver Ausstrahlung. Ihre Lebensfreude ist einfach ansteckend, und sie ist ein unglaublich ehrgeiziger Mensch mit einem tiefen inneren Willen. So hat sie es bis an die Weltspitze im alpinen Behindertensport geschafft, wurde mehrfache Gesamtweltcup-Siegerin und holte zahlreiche Medaillen bei den Paralympischen Winterspielen.
Der Film soll deshalb auch anderen Mut machen,
dass man trotz Einschränkungen vieles erreichen kann, was man sich vornimmt. Manchmal dauert es halt etwas länger, oder der Weg ist steiniger, aber am Ende wird man für seine Anstrengungen belohnt.
Auf unserer facettenreichen Tour unternahmen wir auch verschiedene "Ausflüge", zum Beispiel eine Wildwasserfahrt mit unserem Guide Giovanni im Fleimstal, und einen Tandemflug mit dem Gleitschirm am Lago di Molveno.
Für Anna bedeuten solche Ausflüge nicht nur Nervenkitzel
und Abenteuer, sondern sie sind sind auch eine besondere Art der Grenzerfahrung und Motivation zugleich, wie weit sie mit ihrer Einschränkung gehen kann.
Neben der sportlichen und zwischenmenschlichen Erfahrung möchte ich mit meiner Reportage „Grenzenlos“ auch auf die ökologische Bedeutung der Bergwelt hinweisen. Alpiner Wintersport ist eine tolle Freizeitbeschäftigung, und es gibt
zahlreiche gute Skigebiete.
Aber ich halte nicht jede neue Skipiste für wirklich notwendig.
Wir haben auch eine Verantwortung der Natur gegenüber und müssen uns mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander setzen.
Für die Reportage habe ich deshalb auch wunderschöne Aufnahmen der Berge eingebaut, um dem Fernsehzuschauer diese Bedeutung der Natur näherzubringen.
Die in Regensburg geborene Monoskibobfahrerin Anna Schaffelhuber ist mit fünf Goldmedaillen in Sotschi eine der Top-Athletinnen des Deutschen Paralympic-Skiteams. Als Fünfjährige fuhr die Querschnittsgelähmte erstmals Monoski, mit 14 Jahren wurde sie Teil der Nationalmannschaft.
In ihrer Behinderung sieht die 24-jährige keine große Einschränkung: "Für mich ist der Rollstuhl wie meine Beine. Natürlich gibt es einige Dinge, die gehen nicht. Aber die meisten Dinge kann ich genauso machen, wie jeder andere auch", sagt die mehrfache Behindertensportlerin des Jahres.
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