Deutsche dominieren UCI Sea Otter Gravel in Girona

Kaiser schlägt Voß im Sprint, Klöser jubelt nach langem Solo

Von Jens Claussen

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Rosa Klöser (Canyon - SRAM) | Foto: Canyon

19.09.2026  |  (rsn) – Machtdemonstration der deutschen Gravel-Spezialisten in Girona: Nach 109 Kilometern gewann Leon Kaiser (Avona) das letzte Qualifikationsrennen der UCI Gravel World Series vor Paul Voß (AUTSAID x Rose Bikes / +0:01) und dem zeitgleichen Italiener Fabian Rabensteiner (Torpada Kenda FSA). Auf Rang vier folgte mit Georg Egger (Orbea x Speed Company / +0:08) ein weiterer Deutscher, der fünftplatzierte Floris de Tier (Swatt Club/3:13) wies schon einen erheblichen Rückstand auf.

 

Die vier Erstplatzierten bestimmten als Spitzengruppe über weite Phasen das Renngeschehen und erreichten geschlossen den letzten Kilometer. Als sich Voß in der vorletzten Kurve an die Spitze setzte, sah er kurzzeitig wie der Sieger aus. Doch dann zog Kaiser links an ihm vorbei, steckte sein Vorderrad als Erster in die letzte Rechtskurve und hatte damit im Sprint auf den finalen Metern das bessere Ende für sich.

“Mein letztes und auch gleichzeitig erstes Gravelrennen war ebenfalls hier in Girona bei Santa Vall (Kaiser belegte Platz fünf im Klassement, d. Red.) und ich bin super happy heute”, freute sich der 26-Jährige im Zielinterview. “Nach Platz zwei auf der 2. Etappe bei Santa Vall wollte ich hierher zurückkommen, um zu siegen - und habe das auf einem 32 Zoll Bike von Avona erreicht”, verriet er noch ein Novum, das ihn als ersten Athleten ein Gravelrennen auf einem Rad mit 32 Zoll Laufrädern gewinnen ließ.

Im Frauenrennen, das über dieselbe Distanz lediglich 20 Minuten länger dauerte als das der Männer, zog Siegerin Rosa Klöser (Canyon - SRAM) im letzten Renndrittel einsam ihre Kreise. Die Traka 360 Siegerin gewann ungefährdet vor Larissa Hartog (Canyon x DT Swiss ATR/+2:41) und feierte ihren zweiten Saisonsieg. Das Podium komplettierte die Niederländerin Marianne Vos (Visma - Lease a Bike/+6:29), die ihre Saisonpremiere auf Schotter gab.

Für Klöser, die in diesem Jahr ihre erste Tour de France Femmes  bestritten hatte, war der Erfolg alles andere als selbstverständlich. “Vor zwei Wochen hatte ich noch Parasiten, die mit Antibiotika behandelt werden mussten, so dass dieser Tag für mich wie eine Wundertüte war”, erzählte sie unmittelbar nach dem Rennen.

Nach dem ersten schweren Anstieg hatte sie sich mit Vos absetzen und über mehr als eine Stunde das Rennen diktieren können. “Als ich ihr dann davonfahren konnte, waren die letzten Kilometer wie ein Einzelzeitfahren. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass mich von hinten noch jemand im Sog einer Männergruppe einholen könnte”, konnte sie erst beim Überqueren der Ziellinie aufatmen.

Die rundum starke Vorstellung der deutschen Gravel-Spezialistinnen wurde durch Carolin Schiff (Canyon x DT Swiss ATR, 5. / +11:26), Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR, 6. / +11:27), Clara Koppenburg (Tudor, 8. / +15:32) sowie Jade Treffeisen (Canyon x DT Swiss ATR, 10. Platz / +17:35) abgerundet.

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