Zwei Tage, drei Medaillen für die Familie

Familien-Doppel: Teutenberg-Geschwister holen EM-Medaillensatz

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Familien-Doppel: Teutenberg-Geschwister holen EM-Medaillensatz"
Tim Torn Teutenberg mit seiner Gold-Medaille im Punktefahren der EM 2026. | Foto: Cor Vos

02.02.2026  |  (rsn) – 24 Stunden nachdem Tim Torn Teutenberg im Ausscheidungsfahren bei den Bahnrad-Europameisterschaften im türkischen Konya die Silber-Medaille errungen hat, setzten der 23-Jährige und seine drei Jahre ältere Schwester Lea Lin Teutenberg am zweiten Tag der EM noch einen drauf: Erst fuhr er im Punktefahren mit einer bärenstarken Vorstellung samt vier Rundengewinnen zur Gold-Medaille. Gut eine Stunde später dann holte sie im Ausscheidungsfahren Bronze.

Dabei hatte an diesem Montag ursprünglich eigentlich nur Lea Lin Teutenberg überhaupt im Einsatz sein sollen. Denn für das Punktefahren der Männer bei diesen Europameisterschaften war eigentlich Roger Kluge vorgesehen. Weil der Routinier aber erkrankte, sprang der Youngster ein und beeindruckte auch Bundestrainer:

"Das war echt stark, wie er gefahren ist – gerade in der zweiten Rennhälfte", lobte Lucas Schädlich den 23-Jährigen vom Team Lidl - Trek, der von der Tour Down Under direkt zur EM in die Türkei gereist war und dort nun schon zum zweiten Mal auf dem Podest stand.

Nachdem Silber in der Elimination nach Gold im Vorjahr keine besonders große Überraschung war, strahlte Teutenberg nun nach dem Punktefahren aber umso mehr: "Diese Goldmedaille hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, da das nicht meine absolute Paradedisziplin ist. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, zumal die Konkurrenz megastark war", sagte er. "Aber ich hatte heute super Beine!"

Teutenberg hatte im 40 Kilometer langen Rennen mit 16 Wertungssprints vier Rundengewinne erzielt und auch zwei der Sprints gewonnen. Insgesamt kam er auf 106 Punkte und damit vier Zähler mehr las der Däne Conrad Haugsted sowie acht Zähler mehr als Jasper De Buyst aus Belgien. Der Schweizer Matteo Constant wurde mit sieben Punkten 16. und der Österreicher Maximilian Schmidbauer belegte mit drei Zählern den 18. Rang.

Lea Lin Teutenberg macht Druck und wird belohnt

Lea Lin Teutenberg fuhr ein kaum weniger beeindruckendes Rennen in der Elimination. In der Disziplin, in der sie schon vor zwei Jahren Silber gewonnen hatte, lief sie über die gesamte Renndistanz nie Gefahr, auszuscheiden und gab dann bei den letzten Sprintrunden immer früh Vollgas, um sicher durchzukommen.

Auf diese Weise schaltete sie Gegnerin um Gegnerin aus und schaffte es unter die besten Drei, hatte dann aber keine Reserven mehr und musste abreißen lassen, bevor es überhaupt zum vorletzten Ausscheidungssprint kam. Teutenberg rollte zufrieden mit Bronze aus, während sich die Französin Victoire Berteau und die Belgierin Lotte Kopecky fürs Finale belauerten – in dem Kopecky schließlich deutlich die Stärkere war und sich den EM-Titel sicherte. Lorena Leu aus der Schweiz wurde Sechste.

In der dritten und letzten Individual-Entscheidung des zweiten EM-Tages, dem 1.000-Meter-Zeitfahren der Männer, fuhr Maximilian Dörnbach für German Cycling in 59,223 Sekunden auf den fünften Platz. Gold gewann dort der Brite Joseph Truman in 57,541 Sekunden vor Etienne Oliviero aus Frankreich (58,078) und David Peterka aus Tschechien (58,355).

Die Ergebnisse der Individual-Disziplinen am 2. Tag der EM in Konya:

Punktefahren der Männer:
1. Tim Torn Teutenberg (GER)
2. Conrad Haugsted (DEN)
3. Jasper De Buyst (BEL)
…
16. Matteo Constant (SUI)
18. Maximilian Schmidbauer (AUT)

Elimination der Frauen:
1. Lotte Kopecky (BEL)
2. Victoire Berteau (FRA)
3. Lea Lin Teutenberg (GER)
…
6. Lorena Leu (SUI)

Zeitfahren der Männer:
1. Joseph Truman (GBR)
2. Etienne Oliviero (FRA)
3. David Peterka (CZE)
…
5. Maximilian Dörnbach (GER)

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