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04.02.2026 | (rsn) – Roger Kluge hat sich, zwei Tage nachdem er das Punktefahren noch krankheitsbedingt ausgelassen hatte, bei den Bahnrad-Europameisterschaften im türkischen Konya mit einer Medaille im Wettkampfgeschehen zurückgemeldet. Der 39-Jährige gewann im Omnium Bronze und musste sich dabei nur dem Portugiesen Iuri Leitao sowie dem Niederländer Yanne Dorenbos geschlagen geben. Mit 126 Punkten fehlten Kluge am Ende des über vier Disziplinen ausgetragenen Mehrkampf 14 Zähler zu Gold und fünf zu Silber.
"Beim Sixdays in Berlin bin ich krank geworden, deshalb habe ich im Vorfeld nicht mit einer Medaille gerechnet. Es war ein schweres und taktisches Rennen. Aber ich habe mich heute stark gefühlt und bin sehr, sehr zufrieden mit Bronze", wurde Kluge von German Cycling am Abend zitiert.
Kluge hatte am Montag, weil er angeschlagen aus Berlin in die Türkei gekommen war, auf seinen Einsatz im Punktefahren verzichtet und so den Weg freigemacht für Tim Torn Teutenberg. Der nutzte seine Chance als Ersatzstarter und gewann prompt den EM-Titel. Fürs Omnium aber kehrte nun Kluge zurück, bevor die beiden am Donnerstag zum EM-Abschluss gemeinsam das Madison bestreiten werden.
Kluge eröffnete den Mehrkampf am Mittwochmittag sofort stark: Er wurde Zweiter hinter Leitao im Scratch-Rennen zu Beginn und anschließend Sechster im Temporennen sowie Neunter in der Elimination. So lag er vor dem abschließenden Punktefahren mit 92 Punkten auf dem vierten Rang, punktgleich aber mit Leitao und dem Briten Henry Hobbs auf den Plätzen zwei und drei. Nur Dorenbos hatte als Erster noch zehn Punkte mehr auf dem Konto.
Im Punktefahren dann gelangen den Top 4 jeweils ein Rundengewinn und Kluge konnte auch zwei Wertungssprints für sich entscheiden. Am stärksten aber war Leitao, der an fast jeder Wertung Punkte einstrich, drei davon gewann und so am Ende den Titel gewann. Der Schweizer Alex Vogel, der am Dienstag Gold im Scratch gewonnen hatte, wurde im Omnium Siebter, der Österreicher Maximilian Schmidbauer landete auf dem 15. Platz.
Für das zweitbeste Ergebnis eines oder einer Deutschsprachigen am vierten Wettkampftag in Konya sorgte Lisa Klein. Die 29-Jährige stellte in der Qualifikation zur Einerverfolgung in 4:27,924 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf und unterbot die alte Bestmarke von Franziska Brauße dabei um ganze fünf Sekunden. Trotzdem aber fehlten Klein knapp 2,5 Sekunden, um sich in die Top 4 zu schieben und damit für die Medaillenläufe zu qualifizieren. Sie wurde Fünfte, die Schweizerin Jasmin Liechti (4:32,764) Siebte und die Luxemburgerin Gwen Nothum (4:42,900) landete auf Platz 15.
Auf der rasend schnellen Bahn von Konya waren schon in der Qualifikation am Mittag gleich zwei Frauen schneller als der bisherige Weltrekord, den die Italienerin Vittoria Bussi im vergangenen Mai in Aguascalientes in Mexiko aufgestellt hatte. Federica Venturelli aus Italien unterbot die Marke ihrer Landsfrau um sieben Zehntelsekunden, doch die Britin Josie Knight war in 4:19,461 nochmal 3,5 Sekunden schneller als Venturelli und ging so als klare Favoritin ins Finale. Dort kam sie an ihre Qualifikationsleistung zwar bei weitem nicht mehr heran, schlug die Italienerin aber trotzdem deutlich und sicherte sich so den EM-Titel. Bronze gewann ihre Landsfrau Millie Couzens im kleinen Finale gegen die Niederländerin Mischa Bredewold.
In der dritten Ausdauer-Entscheidung, die am Mittwoch anstand, trug Lotte Kopecky aus Belgien die Goldmedaille davon. Die 30-Jährige, die in dieser Woche bereits Elimination-Gold gewonnen hatte, gewann nun auch den EM-Titel im Punktefahren einmal mehr. Diese Titelkombination gelang ihr bereits zwei Mal zuvor: 2022 und 2024.
In Konya verwies Kopecky im Punktefahren nun genau wie in der Elimination erneut Victoire Berteau aus Frankreich auf Platz zwei. Dritte wurde diesmal die Niederländerin Sofie van Rooijen. Aline Seitz aus der Schweiz holte den fünften Platz, Lena Charlotte Reißner für German Cycling Rang neun und die Luxemburgerin Gwen Nothum fuhr auf Platz zwölf.
Omnium der Männer:
1. Iuri Leitao (POR)
2. Yanne Dorenbos (NED)
3. Roger Kluge (GER)
…
7. Alex Vogel (SUI)
15. Maximilian Schmidbauer (AUT)
Einerverfolgung der Frauen:
1. Josie Knight (GBR)
2. Federica Venturelli (ITA)
3. Millie Couzens (GBR)
…
5. Lisa Klein (GER)
7. Jasmin Liechti (SUI)
15. Gwen Nothum (LUX)
Punktefahren der Frauen:
1. Lotte Kopecky (BEL)
2. Victoire Berteau (FRA)
3. Sofie van Rooijen (NED)
…
5. Aline Seitz (SUI)
9. Lena Charlotte Reißner (GER)
12. Gwen Nothum (LUX)
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