Vorschau auf den 81. Omloop Nieuwsblad

Van der Poel der einzige Superstar an der Muur

Von Kevin Kempf

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Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) beim Training auf der Muur van Geraardsbergen | Foto: Cor Vos

27.02.2026  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Mads Pedersen (Lidl - Trek) hatten den 81. Omloop Nieuwsblad (1.UWT) gar nicht erst im Programm, doch auch die früheren Sieger Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) und Jasper Stuyven (Soudal - Quick-Step) wegen Erkrankungen auf ihre Teilnahme am belgischen Saisonauftakt verzichten müssen, sind alle Augen nur noch auf Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) gerichtet. 

Der Niederländer gibt auf den 207 Kilometern zwischen Brügge und Ninove nicht nur seinen Einstand in die Straßensaison 2026, der 31-jährige van der Poel  gibt auch sein Omloop-Debüt.

Damit wird er erstmals auch in den Genuss des alten Finals der Flandern-Rundfahrt kommen, denn als van der Poel 2019 bei seiner Flandern-Premiere Vierter wurde, waren die Muur van Geraardsbergen und der Bosberg schon nicht mehr im Finale des Rennens. Der Omloop hat die beiden Anstiege 2018 “adoptiert“ und auch 2026 kann dort die Vorentscheidung fallen. Darauf hofft zumindest van der Poel, denn ein Sprint wie im Vorjahr, als Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) jubelnd über den Zielstrich kam, ist nicht im Interesse des Rekord-Crossweltmeisters.

Doch auf Sprints lässt es van der Poels sowieso fast nie ankommen. Wie Pogacar, sein Bruder im Geiste, liebt der Alpecin-Kapitän die langen Solofahrten, die jeder Radsportlogik trotzen und – zumindest bei diesen beiden – dennoch häufig oder sogar meist erfolgreich enden. 

Ob van der Poel nach 26 Tagen Rennpause aber gleich zu so einem Gewaltakt fähig sein wird, bleibt abzuwarten. Das Finale bietet jedenfalls genügend Möglichkeiten, länger zu warten als bei seinem letzten Sieg in einem Straßenrennen. Im August 2025 griff van der Poel auf der 3. Etappe der Renewi Tour (2.UWT) bereits 93 Kilometer vor dem Ziel an – und gewann an den Vesten der Muur van Geraardsbergen!

Die Sprinter lauern auf die Kilometer nach der Muur

Damals schlug er Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) im Zweiersprint. Der Belgier ist auch beim Omloop auf dabei und dem Papier trotz bisher mäßiger Ergebnisse einer der Hauptkonkurrenten van der Poels. In Ninove kann sich der 23-Jährige auf eine flache Zielgerade freuen, wo seine Chancen wohl besser stünden als die van der Poels. 

Mit Waerenskjold, Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM), Biniam Girmay (NSN), Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) und den beiden Shootingstars Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) sowieso Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) ist das Feld der Sprinter aber breit und stark aufgestellt.

So könnte man denken, dass der Sprint einer größeren Gruppe quasi per Mehrheitsentscheid beschlossene Sache sei, doch dem ist sicherlich nicht so. Denn das Überfliegerteam UAE – Emirates – XRG hat mit Juan Sebastian Molano im Spurt nur Außenseiterchancen. Mit Tim Wellens, Nils Politt und Florian Vermeersch dagegen sollte man bei einem offensiven Rennverlauf deutlich bessere Chancen haben als mit dem Kolumbianer. Wie Alpecin hat auch Soudal neben dem Sprinter einen Klassikerspezialisten dabei: Der Sieger von 2023, Dylan van Baarle, bewies an der Algarve als Zehnter auf dem Alto do Malhao seine frühe Form.

Matej Mohoric (Bahrain Victorious) kam bei seinen bisher zwei Saisoneinsätzen unter die besten Zehn und ist immer auf Angriff gebürstet. Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike) kann im Sprint und aus einer Gruppe zuschlagen und gewann bei der Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) ein Teilstück im Spurt, Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) hat an sieben Renntagen einen Sieg und vier Podiumsplätze gesammelt und Stefan Küng will bei seinem neuen Arbeitgeber Tudor endlich den großen Klassikercoup landen.

Die Deutschen beim Omloop

Sehr gespannt sein darf man auch auf das seit dieser Saison zweite deutsche WorldTeam: Lidl – Trek. Auch ohne Kapitän Pedersen bringt die Mannschaft ein starkes Septett an den Start. Obwohl er mit der teaminternen 6 auf dem Rücken startet, ist vor allem Mathias Vacek zu beachten. Gemeinsam mit dem Tschechen starten der Däne Sören Kragh Andersen, der Deutsche Tim Torn Teutenberg, das dänische Toptalent Albert Philipsen und der erfahrene Toms Skujins aus Lettland. Mit diesem Aufgebot kann man nicht auf den Sprint warten, Lidl - Trek muss also frühzeitig etwas probieren.

Neben Politt und Teutenberg finden sich mit Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) und ohn Degenkolb (Picnic – PostNL) nur noch zwei weitere Deutsche auf der Startliste. Die Schweiz darf neben Küng auf Stefan Bissegger (Decathlon – CMA CGM) und Johan Jacobs (Groupama – FDJ United) hoffen. Tobias Bayer (Alpecin – Premier Tech) und Marco Haller (Tudor) werden die österreichischen Farben vertreten.

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