Roglic im Zeitfahren starker Vierter

Lipowitz überzeugt bei schwerem Start in die Baskenland-Rundfahrt

Von Jan Zesewitz

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) wurde Sechster beim Zeitfahren zum Auftakt der Baskenland-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

06.04.2026  |  (rsn) – 21 Sekunden vor Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) und 48 Sekunden vor Juan Ayuso (Lidl – Trek): Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) hätte diesen Auftakt der Baskenland-Rundfahrt beim Zeitfahren in Bilbao wohl vor der Etappe unterschrieben und gefragt, wo denn sein Champagner für den Tagessieg bleibe? 

In der Tagesabrechnung hieß es für den Slowenen aber tatsächlich “nur“ Platz vier und vor allem der Abstand von 28 Sekunden zu Etappengewinner Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) könnte die Freude im Red-Bull-Lager ein wenig trüben.

Trotzdem kann man beim Raublinger Rennstall insgesamt sehr zufrieden sein, denn neben dem Altmeister aus Slowenien landete auch Florian Lipowitz als Sechster fünf Sekunden hinter seinem Teamkollegen ebenfalls sehr weit vorne. Beide Kapitäne befinden sich vor den anstehenden fünf sehr anspruchsvollen Tagen also in Lauerstellung.

“Ich habe ein gutes Zeitfahren gezeigt“, sagte Roglic im Anschluss an seinen Kampf gegen die Uhr am Eurosport-Mikrofon. “Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Aber einige Jungs sind schneller. Ich bin zufrieden mit meiner Vorstellung und jetzt heißt es für die nächsten Tage: ‘Let’s go.‘ Ich will in dieser Woche mein Bestes geben und dann schauen wir mal", so der 36-Jährige.

Über 200 Höhenmeter wies dieses 13,8 Kilometer lange Zeitfahren auf, vom Start weg ging es bergauf nach Santo Domingo, nach einer langen Abfahrt war auch der letzte Kilometer noch einmal sehr hart. Lipowitz wurde eine Woche nach seinem dritten Platz bei der Katalonien-Rundfahrt direkt wenige Kilometer nordwestlich quasi ins kalte Wasser geschmissen. 

“Das war ein ziemlich schwerer Start in das Rennen“, sagte er gegenüber Eurosport. “Ich habe noch etwas meine Beine von Katalonien gespürt, aber ich denke, wir haben eine gute Vorstellung hingelegt. Primoz war auch stark. Jetzt liegen fünf richtig schwere Tage vor uns. Aber mit meiner Vorstellung heute bin ich zufrieden und jetzt freuen wir uns auf die kommenden Tage.“

Lipowitz will "die Form aus Katalonien nutzen“

Die Doppelbelastung auf der iberischen Halbinsel hat sich der Tour-Dritte des vergangenen Jahres ausdrücklich selbst gewünscht: “Wir haben super spät beschlossen, dass ich Baskenland fahre, genau genommen habe ich den Anruf getätigt, nachdem einige Jungs nach Katalonien krank geworden waren. Da habe ich gesagt, dass ich meine gute Form nutzen und schauen will, was hier möglich ist.“

Nach dem anspruchsvollen Zeitfahren hat die deutsche Equipe zwei Fahrer in aussichtsreicher Position und kann die kommenden Tage nutzen, den jungen Franzosen Seixas in Schwierigkeiten zu bringen. Lipowitz stellte seine eigenen Ambitionen im Interview auch im Hinblick auf seine harte Vorwoche etwas zurück. Er wolle helfen, Roglic aufs Podium bei dieser stark besetzten Rundfahrt zu bringen, die der Slowene bereits zweimal gewinnen konnte.

Der Tour-Dritte sieht sich als Roglic-Unterstützer

Der 25-Jährige muss sich selbst gar nicht verstecken, er landete bei vier seiner letzten fünf WorldTour-Rundfahrten auf dem Podium (nur im Baskenland im vergangenen Jahr nicht). In Katalonien “rettete“ er im Rahmen einer Doppelspitze mit Remco Evenepoel seinem Team einen Platz unter den ersten Drei.

Die Vorteile der Variante mit zwei Kapitänen beschwor Lipowitz im Anschluss mehr, als auf eigenen Ruhm zu bauen: “Da müssen wir mal schauen, wie meine Beine sind“, sagte er auf persönliche Ambitionen angesprochen. “Aber natürlich ist es immer besser, hier zwei starke Jungs dabei zu haben.“

Nach dem Auftakt liegen beide Red-Bull-Fahrer also in aussichtsreicher Position – und über die ewige Kapitänsfrage würden sich Ayuso und Del Toro am Abend nach dem Kampf gegen die Uhr lieber stellen als jene nach der verlorenen Zeit.

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