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10.05.2026 | (rsn) – Sobald der Untergrund ruppiger wird, können nur wenige aus der Radsportwelt mit einem Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) mithalten. Diese Kausalität konnte der Belgier mit seinem heutigen Sieg beim UCI-Marly Grav Race erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. Der Paris-Roubaix-Sieger konnte auf einem Rundkurs süd-westlich von Valkenburg seine ärgsten Widersacher letztendlich nach 150 Rennkilometern noch recht deutlich distanzieren und gewann mit einem Vorsprung von 44 Sekunden auf seinen Landsmann Niels Vandeputte (Alpecin – Premier Tech). Den verbleibenden Platz auf dem Podium nahm der Niederländer Rick Ottema (EDW - VDK/+0:45) ein, der schon bei der WM 2025 in Limburg in die Top-Ten gefahren war. Gravelweltmeister Florian Vermeersch (UAE – Emirates - XRG) wurde zeitgleich mit Ottema im Zielsprint Vierter vor Jonathan Vervenne (+0:50), einem weiteren Straßenprofi aus dem Soudal – Quick-Step Team.
Obwohl es ein harter Tag gewesen sei, fühle er sich weniger müde als nach seinem Roubaix-Sieg, meinte van Aert im Zielinterview. “Es war zwar hart, aber ich konnte es heute auch genießen. Es gab schon ziemlich früh im Rennen eine natürliche Selektion und als wir dann zu fünft in Führung lagen, hatte ich schon das Gefühl, noch etwas in den Beinen zu haben.“ Der 31-Jährige hatte sich daraufhin 22,7 Kilometer vor dem Ziel von seinen Begleitern lösen können, um danach solo seinem zweiten Sieg in der UCI Gravel World Series entgegenzufahren. 2023 war ihm das schon einmal gelungen.
“Das war schon ein anderes Event als das, was ich sonst auf der Straße gewohnt bin. Ein schönes Ding und ein ehrliches Rennen“, meinte ein gelöster Sieger, der lachend noch anfügte, am Freitag noch heimlich ein Recon auf der Strecke absolviert zu haben.
Auch im Frauenrennen gab es einen Sieg aus der Gruppe der Favoritinnen. Vorjahressiegerin Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) rang im Sprint einer Fünfergruppe die am Ende zeitgleichen Larissa Hartog (Canyon - DT Swiss) und Ilse Pluimers nieder. Die Französin Amandine Muller (beide AG Insurance – Soudal/+0:02) sowie Nele Laing (Canyon - DT Swiss/+0:03) folgten auf den Plätzen.
Das wiederum hervorragende Teamergebnis von Canyon - DT Swiss rundete Carolin Schiff (+0:26) auf Platz sechs ab und meinte danach zu RSN: “Das war heute ein sehr schnelles Rennen, ähnlich einem Straßenrennen, mit ein paar technischen Abfahrten. Auf so einer Abfahrt ist dann auch die Spitzengruppe entstanden, in der ich dann auch saß“, beschrieb die Bremerin die vorentscheidende Situation im Rennverlauf. “Obwohl ich mich heute supergut fühlte, habe ich mich dann in aller Euphorie wohl etwas unterversorgt und war im Finale total grau. Fünf Kilometer vor Ziel hat mich die Gruppe dann an einer kleinen Welle distanziert. Aber trotzdem, alles ist gut und ich bin total zufrieden, da ich merke, dass es von Rennen zu Rennen bergauf geht“, blieb Schiff optimistisch, wieder an ihre Form aus den vergangenen Jahren anknüpfen zu können.