RSNplusNach Qinghai-Rundfahrt Vuelta nun das Ziel

Buchmann: “Der Regen und die Kälte haben gewonnen“

Von Matthias Seng

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Emanuel Buchmann (Cofidis) | Foto: Cor Vos

22.07.2026  |  (rsn) – Während die Kollegen bei der 113. Tour de France (2.UWT) unter Dauerhitze mit Temperaturen bis zu 40 Grad oder sogar darüber hinaus leiden, hatte das Feld der 25. Tour of Magnificent Qinghai (2.Pro) mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Bei der achttägigen Rundfahrt durch den chinesischen Nordwesten, die auf einer Höhe zwischen 2.300 und 4.000 Metern über dem Meeresspiegel ausgetragen wird, sorgten Regen und Kälte für Turbulenzen, die den Abbruch einer Etappe und tags darauf eine deutliche Streckenverkürzung zur Folge hatten.

Einer der Leidtragenden war Emanuel Buchmann, der von seiner Cofidis-Equipe nicht für die Tour de France (2.UWT) berücksichtigt worden war und stattdessen in China um den Gesamtsieg kämpfen wollte. “Bei mir lief es eigentlich sehr gut, ich hab mich jeden Tag gut gefühlt und war bei den besten fünf am Berg dabei. Auf der 4. Etappe konnte ich mich dann auch mit einer Attacke vom Feld absetzen und lag gut auf Podiumskurs“, berichtete der Kletterspezialist auf Anfrage von RSN nach seiner Rückkehr. ___STEADY_PAYWALL___

Nur zwei Sekunden betrug da sein Rückstand auf den Gesamtführenden Jan Castellon (Caja Rural – Seguros RGA). Dann aber verlor Buchmann auf der von Regen und Kälte gezeichneten 5. Etappe den Anschluss und stürzte im Gesamtklassement vom zweiten auf den neunten Platz ab. “Da bin ich einfach komplett erfroren, ich war mir zwischendurch nicht sicher, ob ich es überhaupt ins Ziel schaffe“, sagte der 33-Jährige und fügte an: “Diese Etappe war auf jeden Fall unter den ersten drei meiner ‘kältesten Radrennen‘ in meiner 12-jährigen Profikarriere. Den ganzen Tag auf über 3000 Metern mit einem extrem kalten Wind. Und so richtig drauf eingestellt, dass es so extrem werden würde, war eigentlich auch niemand.“

Emanuel Buchmann (Cofidis, 3. v.re.) im Teamzeitfahren der Tour Auvergne-Rhone-Alpes), die er wegen einer Grippe vorzeitig beenden musste. | Foto: Cor Vos

Am darauf folgenden Tag waren die Bedingungen unverändert, so dass die Etappe abgebrochen werden musste. “Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, sagte der gebürtige Ravensburger, der mittlerweile in Lochau im österreichischen Bundesland Vorarlberg zuhause ist. Für die Veranstalter der Qinghai-Rundfahrt hielt Buchmann ein Extralob bereit. “Die Organisation in China war definitiv sehr gut, ich denke da könnten sich einige europäische Rennen einiges abschauen, gerade was Sicherheit angeht.“

Zufrieden mit dem “Gefühl auf dem Rad“

Da der als Königsetappe vorgesehene siebte Abschnitt entschärft werden musste und dadurch zu einer Sprintetappe wurde, bot sich Buchmann keine Gelegenheit mehr, sich vom neunten Platz im Klassement weiter nach vorn zu arbeiten. So trennten ihn vom Gesamtsieger, dem früheren EF-Profi Jonathan Klever Caicedo (Wheeltop Rotor Chengdu), am Ende des Rennens deutliche 6:42 Minuten. Dennoch zeigte er sich mit seinen Leistungen zufrieden.

“Gerade mit dem Gefühl auf dem Rad. Natürlich ist es schade, dass ich den Podiumsplatz nicht nach Hause gebracht habe. Aber in dem Fall haben einfach der Regen und die Kälte gewonnen“, so Buchmann, der bei seiner zweiten Qinghai-Teilnahme immerhin das Ziel erreichte. 2012, in seinem ersten Jahr als Kontinental-Fahrer, musste er im Trikot des kurzlebigen Teams Team Specialized Concept Store die damals noch 13 Etappen umfassende Rundfahrt nach dem neunten Teilstück mit einer Handgelenksfraktur verlassen.

Buchmann bei der Baskenland-Rundfahrt, die er mit einer Rippenprellung nach der 3. Etappe verlassen musste. | Foto: Cor Vos

Buchmanns nächster Einsatz steht bereits kommende Woche in Frankreich bei der dreitägigen Tour de l‘Ain (2.1) an, wo es für die Cofidis-Equipe darum geht, wichtige UCI-Punkte zu sammeln und für ihn selber, sich weiter für die letzte Grand Tour des Jahres in Form zu bringen. “Wenn alles normal läuft, fahre ich die Vuelta. Die letzten beiden Wochen waren auf jeden Fall schon mal ein sehr guter Höhenbock, ich hoffe, der bringt mich auch weiter“, zog Buchmann ein schlussendlich positives Fazit von seinem China-Abstecher.

Über die Tour de l’Ain hinaus ist vor der Spanien-Rundfahrt kein weiterer Renneinsatz mehr geplant – “eventuell noch ein Höhentrainingslager, aber das ist noch nicht final geplant.“ Kein Ziel sei dagegen die Straßen-WM im Herbst, die in Montreal auf einem schweren Klassikerkurs ausgetragen wird, der im Wesentlichen dem des GP de Montreal entspricht.

Welche und ob dann überhaupt noch Rennen nach der Vuelta anstehen – im vergangenen Herbst etwa bestritt Buchmann noch die ebenfalls in China stattfindende Tour of Guangxi (2.UWT), sei noch offen.

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