Teamchef hält Lipowitz-Comeback 2026 für möglich

Denk lobt medizinisches Team: “Da hilft auch der Red-Bull-Kosmos“

Von Matthias Seng

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

22.07.2026  |  (rsn) - Ralph Denk wollte vor der 17. Etappe der Tour de France nicht verraten, wo der am Vortag gestürzte Florian Lipowitz operiert worden war. “Da machen wir keine Angaben, das ist Privatsphäre“, sagte der Teamchef von Red Bull – Bora – hansgrohe den Medienvertretern am Start in Chambéry. Auch hielt Denk sich bedeckt bei der Frage, ob die Teamärzte das gebrochene rechte Schlüsselbein operiert hätten. “Aus dem Netzwerk“, lautete die kurze und interpretationsfähige Antwort des Raublingers, der aber die Qualität der medizinischen Versorgung hervorhob.

“Auch an das Medical Team noch mein großer Dank, dass das alles so reibungslos organisiert gewesen ist und er gestern Abend noch operiert werden konnte“, sagte Denk und betonte, dass auch solche Situationen etwas über die Qualität eines Rennstalls aussagten.

“Es spricht, glaube ich, auch für unser Team, dass wir nicht nur gute Trainingspläne machen können oder Rennstrategien, sondern dass wir auch in solchen schlechten Tagen die Rennfahrer bestmöglich unterstützen. Das ist für mich normal und menschlich. Natürlich hilft auch da der Red-Bull-Kosmos mit seinen vielen Kontakten in die Sportwelt, dass das möglichst schnell vonstatten geht.“

Lipowitz selber gehe es gut, trotz der großen Enttäuschung über das vorzeitige Ausscheiden im Kampf um das Tourpodium, das er als Debütant im vergangenen Jahr auf Anhieb erobert hatte. “Wir haben auch schon wieder gescherzt, dass das halt auch dazugehört und er ist nicht der einzige große Rennfahrer ist, dem das jetzt passiert ist. Es wird weitergehen“, sagte Denk.

Denk glaubt an mögliche Rückkehr noch in dieser Saison

Er spielte damit sicher auch auf Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) an, der am Sonntag ebenfalls gestürzt war und sich auch das Schlüsselbein gebrochen hatte. Der Däne blieb da aber über Nacht noch beim Team und reiste erst am Montag ab, um operiert zu werden.

Wann und wo es für Lipowitz nun sportlich weitergeht, das konnte und wollte der Teamchef natürlich noch nicht sagen. “Es ist viel zu früh, dass wir uns darüber Gedanken gemacht haben oder dass ich euch da Pläne verraten kann“, sagte der 52-Jährige den Journalisten.

Er gehe aber davon aus, dass man Lipowitz “dieses Jahr noch auf dem Rad und beim Rennen sehen wird, aber wie und was, das ist viel zu früh. Wir haben eine spezielle Abteilung, Mental Performance, die wird sich darum kümmern“, wies Denk darauf hin, dass bei seinem Team nicht nur auf die physische Gesundheit der Fahrer Wert gelegt werde und dass Lipowitz auch mentale Unterstützung erhalte, um den Sturz möglichst gut zu verarbeiten.

Trotz des Sturzes: Denk lobt Lipowitz' Fortschritte auf Zeitfahrrad

Zwar blieb Denk dabei, dass bei aller Kritik an der seiner Meinung nach mangelhaften Streckensicherheit genau in der Kurve, in der Lipowitz gestürzt war, der Fahrer selber für den Unfall verantwortlich sei. Lipowitz sei an dieser Stelle wohl zu schnell unterwegs gewesen, hatte er noch am Abend des Sturzes erklärt. Zugleich aber lobte Denk den 25-Jährigen, der zunächst eine Karriere als Biathlet eingeschlagen hatte und sich endgültig erst zur Saison 2020 für den Radsport entschied, als er beim österreichischen Kontinental-Team Tirol – KTM anheuerte.

“Er hat ja die Grundausbildung im Nachwuchs nicht genossen und wenn du dann mit so einem Zeitfahrrad, das wohl deutlich schwieriger zu fahren ist als ein Straßenrad, so schnell wie gestern den Berg runter fährst.....da hat er schon viel, viel aufgeholt von seiner fehlenden Grundausbildung im Radsport“, lobte Denk den gebürtigen Laichinger, der kurz vor seinem Sturz an der dritten Zwischenzeitnahme als viertschnellster Fahrer gestoppt worden war.

Keine Rolle, da war sich Denk sicher, habe die Dopingkontrolle bei Red Bull – Bora – hansgrohe am Vorabend des Zeitfahrens gespielt. “Also nach meiner Meinung gab es da überhaupt keinen Zusammenhang. Die Dopingkontrollen bei uns waren am Abend oder am Beginn der Nacht. Aber viel Schlaf wurde uns nicht geraubt“, betonte er und fügte stattdessen an: “Wir sehen das eher positiv, dass die stattgefunden haben vor dem Zeitfahren.“

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