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13.05.2023 | (rsn) - Primoz Roglic (Jumbo - Visma) hat im Finale der 8. Etappe beim Giro d'Italia erstmals so richtig die Muskeln spielen lassen und alle Kontrahenten im Kampf um den Gesamtsieg leiden lassen. Der Slowene attackierte im letzten Anstieg rund sieben Kilometer vor dem Ziel und nahm im Tagesziel in Fossombrone allen Zeit ab, bis auf Tao Geoghegan Hart und Geraint Thomas. Geoghegan Hart rettete sich an Roglics Hinterrad über die Kuppe der steilen I Cappuccini-Rampe und Thomas fuhr in der Abfahrt zu den beiden vor, so dass sie anschließend zu dritt dem Ziel entgegenrauschten.
"Es war schön, dass ich am Ende noch mit ihnen zusammenarbeiten konnte. Ich bin froh, dass sie mir geholfen haben", sagte Roglic nach der Etappe mit Blick auf das Ineos-Duo. In der Abfahrt zum Zielort ließen die beiden Männer in Rot Roglic von vorne fahren, doch auf den flachen 1,5 Schlusskilometern übernahmen zunächst Thomas und auf der langen Zielgeraden dann auch Geoghegan Hart ebenfalls ihre Anteile an der Führungsarbeit.
So brachte das Trio 14 Sekunden Vorsprung auf ein Verfolger-Septett mit ins Ziel, in dem neben Remco Evenepoel (Soudal - Quick-Step) auch das UAE-Duo Jay Vine und Joao Almeida, das Bahrain-Duo Damiano Caruso und Jack Haig sowie Eddie Dunbar (Jayco - AlUla) und ihr eigener Teamkollege Pavel Sivakov saßen.
Unzufrieden mussten aber auch diese Sieben nicht sein, denn immerhin holten sie auf Hugh Carthy (EF Education - EasyPost), der am Ende der Abfahrt noch bei ihnen war, dann aber abreißen ließ, zehn Sekunden heraus und schenkten dem Bora-hansgrohe-Duo Lennard Kämna und Aleksandr Vlasov deren 20 ein. Die Routiniers Thibaut Pinot (Groupama - FDJ) und Domenico Pozzovivo (Israel - Premier Tech) verloren nochmal 28 Sekunden mehr und somit bereits 1:02 Minuten auf Roglic.
Der Slowene und seine beiden britischen Begleiter waren somit die Gewinner des Tages - neben Etappensieger Ben Healy (EF Education - EasyPost). Trotzdem aber musste sich Roglic auch fragen lassen, warum er es nicht früher als an diesem Samstag bereits auf ähnliche Art versucht hatte, vor allem den seit seinem Sturz am Mittwoch angeschlagenen Evenepoel zu attackieren.
"Man kann immer viel planen, aber die Realität sieht manchmal anders aus", antwortete der Slowene und betonte: "Ich bin jederzeit bereit, meine Chance zu ergreifen, wenn sie sich bietet. Der Schlussanstieg heute war steil und schwer, aber ich hatte die Beine und war gut drauf. Ich bin zufrieden mit meiner Form, aber die Konkurrenz ist auch stark." Im 35 Kilometer langen Zeitfahren von Cesena am Sonntag erwarten viele Beobachter gerade wegen des überlegenen Sieges vom Auftaktzeitfahren vor einer Woche, dass Evenepoel sich deutlich mehr Zeit zurückholt, als die am Samstag verlorenen 14 Sekunden. Immerhin hatte der Belgier dem Slowenen vor einer Woche über 19,6 Kilometer 43 Sekunden eingeschenkt. Roglic aber lässt das angeblich kalt: "Ich habe keine Angst vor morgen", betonte er.
Wahrscheinlich dürfte ihm die Erkenntnis, dass er bergauf am Samstag der Stärkste war, ein sehr gutes Gefühl für die kommenden zwei Wochen gegeben haben - auch wenn ihm Tao Geoghegan Hart und Geraint Thomas nah auf den Fersen waren.
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