Vingegaard gewinnt Katalonien-Rundfahrt

Gilmore sprintet am Montjuic schneller als Godon

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Gilmore sprintet am Montjuic schneller als Godon"
Brady Gilmore (NSN) gewinnt die Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

29.03.2026  |  (rsn) – Es gab das Spektakel zum Abschluss der Katalonien-Rundfahrt in Barcelona. Doch es lief anders, als die meisten erwartet hätten. Nach sieben Runden über den Hausberg der Stadt, den Montjuic, und insgesamt 95 Kilometer war es kein Solosieger, der feiern konnte. Es war Brady Gilmore (NSN), der den Sprint aus einer großen Gruppe vor Dorian Godon (Ineos Grenadiers) und Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) für sich entschied.

In der Gesamtwertung änderte sich nichts mehr, nachdem sich die Favoriten allesamt neutralisierten. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) gewinnt als erster Däne in Katalonien, 1:22 Minuten vor Lenny Martinez (Bahrain Victorious). Acht Sekunden dahinter beendete in Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) bei der 105. Austragung erstmals ein Deutscher die Rundfahrt auf dem Podium.

"Insgesamt bin ich mit der Woche, wie wir gefahren sind, superhappy. Wir können stolz darauf sein. Heute wollten wir auf Sieg gehen. Am Ende sind wir gut gefahren, aber der Plan hat nicht ganz geklappt", sagte der Deutsche in einer Pressemitteilung seiner Mannschaft. Er kam zum fünften Mal in seiner Karriere aufs Podium einer WorldTour-Rundfahrt.

Für den Australier Brady war es derweil der erste Sieg auf WorldTour-Niveau in seiner Karriere, in dieser Saison seine Premiere bei einer Siegerehrung. “Der Anstieg heute war superhart, etwas für Puncheure. Aber ich hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl“, sagte der Neoprofi im Siegerinterview. “Ich habe mir das gestern Abend gut angeguckt und mir gedacht, dass ich schon eine Chance haben könnte, wenn es eine kleine Gruppe schafft. Wir haben den Plan super umgesetzt. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Ganz zufrieden war er am Ende dann aber doch nicht. “Als Team hatten wir hier insgesamt schon auf etwas mehr gehofft“, schließlich ist die Region die Heimat von Hauptsponsor NSN. Allerdings hatte in Ethan Vernon auch schon ein Fahrer des Teams die 4. Etappe gewonnen. Mehr aufweisen kann kein anderes Team. Nur in der Gesamtwertung konnte die Mannschaft vielleicht nicht ganz wie erhofft auf sich aufmerksam machen. George Bennett beendete das Rennen als 16.

Sieger Vingegaard war in Summe achteinhalb Minuten schneller. “Ich habe hier gute Erinnerungen an dieses Rennen gesammelt. Wir haben zwei Etappen gewonnen und dazu die Gesamtwertung. Damit bin ich sehr glücklich“, so sein Fazit im Flash-Interview. “Für mich ist es insgesamt ein fantastischer Start in die Saison“, so der 29-Jährige, der neben der Katalonien-Rundfahrt, die er erstmals in Angriff genommen hatte, zuvor bereits Paris-Nizza für sich entschied und damit alle Rennen gewann, bei denen er auch am Start stand.

“Heute lag mein Hauptfokus auf der Gesamtwertung. Die Red-Bull-Jungs haben es mir schwer gemacht und es geschafft, dass ich allein war. Aber ich habe mich dann gut verteidigt“, so Vingegaard. Verteidigt haben auch Godon und Giulio Ciccone (Lidl -Trek) ihre Führungstrikots in der Punkte- sowie der Bergwertung. Martinez bleibt bester Jungprofi, Red Bull das beste Team.

So lief die 7. Etappe der Katalonien-Rundfahrt 2026

Weil aufgrund der Kürze der Etappe keine Zeit zu verlieren war, stand die Gruppe des Tages schon nach fünf Kilometern. Magnus Cort (Uno-X Mobility), Etappensieger des zweiten Teilstücks, Einer Rubio (Movistar), Darren Rafferty (EF Education - EasyPost), Liam Slock (Lotto - Intermarché) und Brandon McNulty für das bisher durch viel Sturzpech zurückgeworfene sonstige Überteam UAE – Emirates – XRG bildeten die Gruppe des Tages.

Das Profil der 7. Etappe der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Nachdem in der Anfahrt auf den Rundkurs die ersten zwei Zwischensprints des Tages im Vorbeigehen absolviert wurden, wuchs der Vorsprung nach 30 gefahrenen Kilometern auf zwei Minuten an. Als es auf die Montjuic-Schleife ging, war es eine halbe Minute weniger. Bei der dritten Auffahrt auf den Hausberg der Stadt wurde die Gruppe dann gestellt – 36 Kilometer vor dem Ende.

Dann ging unter den Favoriten die Post ab. Evenepoel attackierte im Berg und riss eine Lücke. Zunächst auch zu Lipowitz. Der Belgier nahm kurz raus, bis sich sein Teamkollege neben allen anderen GC-Fahrern – bis auf Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) – vorne wieder eingefunden hatte. Als es zum vierten Mal nach oben ging, schaute sich die Spitze zunächst an, bis das Hauptfeld erneut aufgeschlossen hatte.

Doch das Finale war damit früh eröffnet. Immer wieder wurde auf den folgenden Runden ebenfalls attackiert, ohne aber entscheidende Lücken zu reißen. Auch der Kampf ums Bergtrikot zwischen Ciccone und Marc Soler (UAE – Emirates – XRG) tobte zwischenzeitlich noch. Bei der vorletzten Überfahrt sicherte sich der Italiener genügend Zähler, um sein Trikot abzusichern. Auf die letzte Runde ging die Favoritengruppe dann aber trotzdem wieder geschlossen.

Und auch dort konnte sich keiner mehr absetzen, es schien, als hätten die Klassementfahrer ihr Pulver zuvor bereits verschossen. So gab es den Sprint aus der großen Gruppe, den Gilmore dann vor Godon und Evenepoel für sich entschied.

Results powered by FirstCycling.com

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Katalonien-Rundfahrt (2.UWT, ESP)
  • Gent - Wevelgem in Flanders (1.UWT, BEL)
  • Radrennen Männer

  • I feel Slovenia VN Adria Mobil (1.2, SLO)
  • La Roue Tourangelle (1.1, FRA)
  • GP Emilia (1.1, ITA)
  • Metec Olympia`s Tour (2.2, NED)
  • Jamaica International Cycling (2.2, 000)
  • Tour of Thailand (2.1, THA)