RSNplusTour-Abschied mit “Monsteretappe“

Degenkolb: “5400 Höhenmeter sind einfach gestört“

Von Joachim Logisch aus Bourg d´Oisans

Foto zu dem Text "Degenkolb: “5400 Höhenmeter sind einfach gestört“"
John Degenkolb (Picnic - PostNL) bei seiner wohl letzten Tour de France | Foto: Cor Vos

25.07.2026  |  (rsn) - Nach diesem Tag wird John Degenkolb (Picnic - PostNL) der Abschied von der Tour de France möglicherweise leichter fallen. "Es war besonders hart, ja. Und auf jeden Fall etwas Besonderes, noch einmal so eine Monsteretappe hochzufahren“, sagte der Oberurseler im Ziel am Teambus zu radsport-news.com.

Auf der Königsetappe dieser Frankreich-Rundfahrt musste der Sprint- und Klassikerspezialist, der sich im Flachen deutlich wohler fühlt, vom Start in Bourg d’Oisans über die Alpen-Pässe Col Croix de Fer (2067m), Col du Telegraphe, (1566m), Col du Galibier (2642 m), Col du Sarenne (1999m) ins Ziel in Alpe d’Huez (1850 m) klettern. ___STEADY_PAYWALL___

John Degenkolb und Picnic – PostNL konnten bei der 113. Tour de France keine Akzente setzen. | Foto: Cor Vos

"Ich musste richtig tief in die Reserven gehen. Jeder, der diese Etappe beendet hat, musste tief gehen. Das ist einfach gestört, über 5000 Höhenmeter, 5400 insgesamt. (offiziell waren es sogar 5.600, d. Red.). Es war kein Zuckerschlecken, definitiv“, hielt der Gewinner von Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix mit seiner Meinung nicht hinterm Berg.

Zunächst aber passte nicht alles."Ich musste die Gruppe um Philipsen und den Jungs von Alpecin ziehen lassen, hatte aber trotzdem noch etwa 20 Fahrer bei mir", erzähöllte er. Die 20 fuhren ihr Tempo und schlossen schließlich vor dem Telegraphe zu einer vorderen Gruppe auf. "Da waren wir dann mit teilweise 50 Fahrern unterwegs. Es ist schon krass, wie groß die Gruppettos dieses Jahr sind – das hat nichts mehr mit dem zu tun, was ich aus früheren Touren kenne“, meinte Degenkolb.

Keine Probleme mit der Karenzzeit

"Früher war ein Gruppetto vielleicht 20 Mann groß, jetzt sind es teilweise 50 bis 60 Fahrer, die abgehängt werden, weil alle nach dieser sehr intensiven Tour völlig am Ende sind“, sagte der Road Captain von Picnic – PostNL. Seine Erklärung: "Der Niveauunterschied bergauf ist einfach zu groß, um überhaupt in Schlagweite zu bleiben.“

In den Bergen fand sich der Sprint- und Klassikerspezialist meist im Gruppetto wieder. | Foto: Cor Vos

40 Minuten nach Etappengewinner Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) erreichte Degenkolb schließlich als 114. seine letzte Bergankunft bei einer Tour de France. Die Karrenzeit, die rund 50 Minuten betrug, war nie in Gefahr. Der 37-jährige. Degenkolb war bei weitem auch nicht der fetzte Fahrer, der gewertet wurde. 43. Leidensgenossen kam noch hinter ihm an.

Unterwegs ausgestiegen waren der Deutsche Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) und Ilan van Wilder (Soudal – QuickStep).

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