--> -->
02.05.2021 | Die Profis machen sich für die erste große Rundfahrt des Jahres, den Giro d’Italia bereit, und auch viele Freizeit-Radsportler/innen planen mehrtägige Rad-Touren - obald es die Corona-Regeln wieder erlauben. Proviant für unterwegs hat man dabei, Frühstück und Abendessen gibt's in der Unterkunft. Aber worauf kommt's in Sachen Ernährung an, wenn man eine mehrtägige Tour plant?
Wie die Profis sollten sich alle Radfahrer/innen auf solche Touren
gut vorbereiten. Wohl jedem ist bewusst, dass eine mehrtägige Belastung besondere Aufmerksamkeit verlangt, weil sie dem Körper viel abverlangt.
Doch immer wieder höre ich, dass auf solche Touren neue Produkte mitgenommen werden - Produkte, die nie davor ausprobiert wurden, aber man glaubt, dass es notwendig ist: Aminosäure-Präparate, Riegel mit extra Inhaltsstoffen, neue Gels...
Hier ein einfaches Rezept zum Selberbacken, für die Tour
Zutaten für 10 bis 12 Portionen (1 Kuchenform)
4 sehr reife Bananen
¼ Tasse brauner Zucker
2 Tassen Vollkornmehl
1 Tasse Rosinen
½ Tasse weißes Mehl
½ Tasse Kürbiskerne
2 TL Backpulver
½ Tasse Haferflocken
2 Eier
Salz
2 EL Honig
½ Tasse Rapsöl
Zutaten gut vermischen, in Backform geben, Kürbiskerne und Haferflocken auf das Brot streuen und bei 180 ° C für 1 Std backen.
Energie 389 - 324 kcal
Kohlenhydrate 60 - 50 g
Ballaststoffe 5,6 - 4,6 g
Eiweiß 8,2 - 6,8 g
Salz 279 - 232 mg
Eine gute Vorbereitung bedeutet zum einen, in den Wochen davor schon mal das Essen und Trinken am Rad zu "üben". Man denkt vielleicht, das ist nicht so schwer, aber wer stundenlang unterwegs ist und gewöhnlich bei Trainingsfahren zu wenig trinkt, der wird bei einer längeren Tour am dritten oder vierten Tag merken, was zu wenig Flüssigkeitszufuhr bedeutet.
Das wirkt sich nicht nur auf die Leistung
aus, sondern hat auch für die Gesundheit Konsequenzen. Außerdem ist es am Rad praktisch unmöglich, aus der Dehydrierung wieder rauszukommen - außer man hält an und macht eine längere Pause. Ist man am Rad mal dehydriert, dann bleibt man das bis zum Ende der Fahrt. Deswegen sollte man bei langen Radfahrten immer ausreichend trinken. Das Auffüllen des Flüssigkeitshaushaltes funktioniert nicht so schnell, wie viele meinen, das braucht durchaus Zeit. Doch irgendwann geht man ja schlafen; die Zeit sich zu rehydrieren, ist also beschränkt.
Neben dem Trinken sollte auch das Essen am Rad geübt werden. Zwar ist die Belastungs-Intensität bei Touren nicht mit der etwa beim Giro zu vergleichen, aber dennoch verbrauchen wir viel Energie. Und wenn man zum Mittagessen nicht einkehren, sondern eine lange Distanz non-stop zurücklegen will, dann ist es notwendig, am Rad regelmäßig zu essen. Siehe die langen Giro Etappen über 200 oder 250 Kilomete: Da wird auch von Beginn an gegessen. Alle Radfahrer/innen, die mehrere Stunden unterwegs sind, sollten das auch tun.
Bananen, Sandwich, Kuchen, Riegel,
Trockenobst, Reis-Cakes - die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Snacks sollten nicht zu fettreich sein; auch von Eiweißriegeln rate ich ab. Da kann über den Tag eine so große Menge an Eiweiß zusammenkommen, die den Tagesbedarf um ein Vielfaches übersteigt. Eiweißriegel sind sehr konzentriert, häufig auch sehr fettreich; der Eiweißbedarf kann auch ohne diese Riegel leicht gedeckt werden.
Der Start in den Tag ist sehr wichtig - bei Grand Tours wie bei Freizeit-Etappen. Hat das Rennfrühstück die falsche Zusammensetzung, wird man Probleme bekommen. Es sollte leicht verdaulich sein, mit Kohlenhydraten als Hauptanteil, zudem sollte das Eiweiß fettarm sein. Zu viel Fett und zu schweres Essen machen das Radfahren zur Qual: So kommt man nicht in die Gänge.
Häufig fehlt dann auch die Lust auf einen Riegel
oder ein Getränk - und damit beginnt der Teufelskreis: Man verpflegt sich zu wenig am Rad, kommt ausgepowert zum Zielort und isst dann richtig deftig. Hört man immer wieder. Der Fehler liegt beim falschen Start in den Tag, der sich auf alles Weitere auswirkt. Damit werden nicht selten auch die Folgetage zur Qual, weil die Erholung nicht optimal ist.
Entscheidet man sich, auf Tour mittags einzukehren, dann empfiehlt sich ein leicht verdauliches, kohlenhydratreiches Essen. Auch wenn die Intensität nicht dem Giro entspricht, verbraucht man an solchen Tagen jede Menge Kohlenhydrate - die gilt es zuzuführen. Darüber hinaus freut sich das Hirn über ein paar Gramm Zucker; Konzentration und Aufmerksamkeit braucht man immer, je nach Strecke sogar sehr viel.
Aber auch unzureichende Kohlehydrat-Zufuhr
lässt unser Gehirn ermüden, Fahrfehler drohen dann. Daher ein Risotto, Spaghetti mit Gemüse und Fisch, Eiernudeln, Gnocchi mit Ricotta und Tomate. Auch Süßes ist fein, Milchreis oder Grießbrei, ein Eis als Nachspeise. So kann man die Tour gut fortsetzen und sollte keine Probleme haben. Wer mag, kann sich ein Stück Kuchen zum Espresso gönnen - und weiter geht's.
Ist die Tour beendet, ist man oft verleitet, sich ein Bier und ein üppiges Abendessen zu bestellen: Der Tag war lange, die Beine sind müde. Und auch der Kopfe wird müde - was nicht selten dazu führt, dass auch die Disziplin abnimmt. Dann greift man gern zu schweren, fetten Speisen, die für die Regeneration ungeeignet sind. Dabei sollte man immer bedenken, dass das Abendessen schon die Vorbereitung auf die nächstn Etappe ist.
Also auch am Abend eher leicht essen,
wenig fette Zutaten, Kohlenhydrate als Hauptinhalt - die Muskeln müssen für den nächsten Tag wieder aufgefüllt werden. Und je länger eine Tour dauert, desto mehr leidet der Magen: Es wird mit jedem Tag schwieriger, alles zu verdauen. Das gilt auch für Alkohol, denn er beeinflusst die Verdauung. Die Mischung fette Speisen und Alkohol ist bei einer Radtour nicht gut, auch die Rehydrierung wird nicht gut unterstützt.
Fürs Abendessen auf Tour ideal sind typische mediterrane Speisen: Fisch mit Ofenkartoffeln und Gemüse, ein Stück Fleisch mit Polenta und Gemüse. Und als Nachspeise etwas Süßes, etwa ein Kaiserschmarrn.
Die Ernährung auf Touren lässt sich so zusammenfassen:
leicht verdaulich, kohlenhydratreich, regelmäßig, ausreichend Flüssigkeit - und keine Experimente!
Judith Haudum ist Sport- und Ernährungs-Wissenschaftlerin sowie Gründerin des Beratungs-Instituts "sportnutrix" in Hallein im Salzburger Land. Sie arbeitet mit diversen UCI-WorldTour- und Women's-WorldTour-Fahrer/innen, dem Österreichischen Radsport-Verband und weiteren Sportverbänden. Judith berichtet exklusiv auf radsport-news.com alle drei Wochen über neue Erkenntnisse aus der Sporternährung.
13.01.2023Winter ist, wenn´s Kohlenhydrate schneitDas neue Jahr ist schon wieder einige Tage alt, und bald geht’s für viele Radsportler/innen in den Süden, um auf den Team-Trainingslagern wichtige Kilometer zu sammeln und die Saison-Vorbereitung
23.10.2022Off-Season: Muss ich meine Ernährung ändern?Die letzten schönen Herbsttage gehen so langsam zu Ende, und viele Radsportler/innen reduzieren nun ihre Trainingsumfänge, oder wechseln auch mal in eine andere Sportart. Da stellt sich dann bald di
26.06.2022Etappen-Rennen: Wie ernähre ich mich richtig?Seit vergangenem Sonntag läuft die Tour Transalp, ein Freizeit-Etappen-Rennen über sieben Tage - und für viele Hobby-Radsportler/innen ein Höhepunkt auf ihrer "must do"-Liste. Wenn dann mehrere Ta
08.05.2022Italien: Was essen auf der Tour?Seit vorgestern läuft der Giro d´ Italia - und wer denkt bei Italien nicht auch an Essen? Pizza, Spaghetti, Risotto, Gelato... Und natürlich dürfen Espresso und Capuccino nicht fehlen, bei Radspor
09.04.2022Sind stark verarbeitete Lebensmittel schlecht für die Leistung?Clean Eating, Raw Diet - neue Ernährungs-Trends, die auf unbehandelte, unverarbeitete Lebensmittel setzen. Aber sind verarbeitete Lebensmittel wirklich so schlimm? Ich erfahre in meiner Beratung imme
21.02.2022Formaufbau: So wichtig ist die richtige ErnährungTime flies! Der Saison-Start ist nicht mehr weit... Jetzt das Trainingslager im Süden und um Ostern die ersten Wettkämpfe. Formaufbau ist angesagt! Und eine gute Form braucht entsprechende Ernährun
15.01.2022Saison-Vorbereitung: Auch die Ernährung ist wichtigAuch wenn uns der Winter noch fest im Griff hat und viele Tage zu kalt sind, um draußen lange am Rad unterwegs zu sein, ist die neue Saison nicht mehr weit. Das Training wird intensiver, das Gewicht
05.09.2021Sporternährung ist mehr als Leistungs-MaximierungErnährung soll nach Meinung vieler Athlet/innen im Sport in erster Linie helfen, die Leistung zu steigern, und im besten Fall zu maximieren: Am Rad so schnell wie möglich sein. Maximale Watt treten
18.06.2021Erholung: Jetzt geht die Party los...Kennen Sie das? Wenn man erst mal vom Rad gestiegen ist, geht die Party los. Schließlich hat man sich über die Berge oder durch die Intervalle gequält, da darf man sich nun schon eine kleine Sünde
01.06.2021Kulturelle Vielfalt: Neues ausprobieren! Kolumbianer, Engländer, Australier, Norweger, Südafrikaner… der Radsport ist über die Jahre sehr international geworden. Waren es früher wenige große Radsport-Nationen, die fast das gesamte Fah
13.05.2021Kräuter & Gewürze: Natürlich besser werden?Mehr Energie, schnellere Regeneration, mehr Wohlbefinden, schnellere Entspannung, besserer Schlaf - alles, wovon Sportler/innen träumen, wenn sie neben ihrem Beruf noch hart und regelmäßig trainier
15.04.2021Flüssignahrung: Nix kauen, weniger verdauenIn den vergangenen Jahren sind auch im Sport Smoothies und Shakes in Mode gekommen. Radfahrer/innen haben unterschiedliche Gründe, sie zu verwenden: Nach dem Training ein Eiweiß-Shake, um die Erho
03.08.2026Team Strassacker: Vier Rennen - und viele Erfolge Seit vielen Jahren zieht es das Team Strassacker traditionell Ende Juli in die "Grüne Hölle" der Eifel. Auf dem legendären Nürburgring starteten die Jungs des Teams dieses Jahr in unterschiedliche
30.07.2026Rad am Ring: Florian Christ triumphiert in der grünen Hölle Meine Vorgabe als Team-Chef für das Rennen am Nürburgring war eindeutig: Individuelle Ziele werden dem Gesamtsieg untergeordnet. Mit einer klaren Taktik gingen wir ins Rennen, denn das Ziel war: Am
27.07.20263Rides Gravel Winterberg: Zehn Stunden Vollgas auf Schotter Drei Tage feinste Gravel-Action im Hochsauerland: Das 3Rides-Gravel-Etappen-Rennen lockte viele ambitionierte Radsportler/innen nach Winterberg, so auch das Team Strassacker. Auch wenn die anspruchsvo
07.07.2026Maratona dles Dolomites: Über sieben Pässe musst Du fahr´n... Die Maratona dles Dolomites zählt seit vielen Jahren zu den prestigeträchtigsten Granfondos in Europa: 138 Kilometer, 4230 Höhenmeter, legendäre Dolomiten-Pässe wie Pordoi, Sella, Grödner Joch,
01.07.2026Granfondo Livigno: Teamwork auf den schönsten Alpenpässen 167 Kilometer, 4300 Höhenmeter und sieben Pässe – nur zwei Wochen nach dem für uns recht erfolgreichen SuperGiro Dolomiti folgte mit dem Granfondo Alé Livigno für neun Fahrer des Team VeloLease
30.06.2026Tour Transalp: Finale furioso am Lago Die letzte Etappe der Tour Transalp führte uns von Lavarone nach Riva del Garda. Mit 85 Kilometern war sie etwas kürzer als die der vorherigen Tage, hatte mit rund 1850 Höhenmetern aber noch einmal
29.06.2026Gravel Vianden: Mit Knallgas an der Our (rsn) - Gravel boomt - das sieht man auch in Vianden in Luxemburg: Das UCI Eislek Gravel Race zieht jedes Jahr mehr Starterinnen und Starter an. Am vergangenen Sonntag ging es auf einer 37-km-Runde mi
28.06.2026Tour Transalp: Zwei Zeitfahren auf einer Etappe Die vorletzte Etappe der Transalp führte uns gestern von Semonzo nach Lavarone. Pünktlich um neun Uhr ging es auf die 126 Kilometer lange Strecke mit fast 2860 Höhenmetern - die mit einem besondere
27.06.2026Klappt gut! Mit dem Faltrad zum Rennen Vom 16. bis 19. Juni war die Emilia Romagna zum fünften Mal Gastgeber des "European Media Cycling Contest" (EMCC), mit Journalisten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Polen, dem Vereinigten K
26.06.2026Tour Transalp: Da capo am Monte Grappa Nochmal, weil´s so schön war... Die fünfte Etappe der Tour Transalp führte uns gestern von Passagno nach Semonzo, rund hundert Kilo- und über 2300 Höhenmeter. Und erneut stand der Monte Grappa
25.06.2026Tour Transalp: Hitzeschlacht am Monte Grappa Wie schon in den vergangenen Tagen hatte das Fahrerfeld auch auf der heutigen vierten Etappe mit extremen Bedingungen zu kämpfen: Bei Temperaturen von über 34 Grad waren 142 Kilometer und 3265 Hö
24.06.2026Tour Transalp: Kurz, aber knackig zur U23-Führung Die dritte Etappe der Tour Transalp führte uns von Falcade nach San Martino di Castrozza. Mit fast 50 Kilometern und knapp 1750 Höhenmetern war die Etappe zwar kurz, hatte es aber dennoch in sich.