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07.09.2026 | (rsn) - Die Premiere der Sauerlandrundfahrt (2.2) bot den deutschen Kontinental-Teams die erhoffte Gelegenheit, sich bei einer internationalen Rundfahrt vor heimischem Publikum in Szene zu setzen. Auf den vier Etappen mischten Rembe – rad-net und Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur nicht nur regelmäßig im Vorderfeld mit, sondern feierten jeweils auch einen Etappensieg gegen starke Konkurrenz aus Development-Teams.
Benotti – Berthold steigerte sich im Verlauf der Rundfahrt deutlich, während Andrin Züger für Run & Race – Solarpur trotz eines kleinen Aufgebots den Sprung in die Top-Ten der Gesamtwertung schaffte. Für MaxSolar – Raymon verliefen die Tage im Sauerland dagegen schwieriger. Zudem sorgte Lennart Lein im Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Bergwertung für einen weiteren Erfolg.
Bereits im Auftaktzeitfahren in Brilon deutete Rembe – rad-net an, welche Rolle die Mannschaft in den folgenden Tagen spielen sollte. Miguel Heidemann belegte Rang zwei und brachte sich damit früh in eine gute Ausgangsposition. Auch danach blieb das Team offensiv: Jermaine Zemke wurde auf der zweiten Etappe Sechster, ehe die Equipe am dritten Tag sein stärkstes Ergebnis der Rundfahrt einfuhr.
Heidemann und Johannes Adamietz setzten sich gemeinsam entscheidend ab und erreichten das Ziel als Duo, wobei Heidemann den Etappensieg holte. Mit Zemke auf Rang fünf brachte das Team zudem einen dritten Fahrer weit vorne ins Ziel. Auch auf der Schlussetappe stand mit Platz fünf nochmals ein Topresultat zu Buche. In der Gesamtwertung belegte Adamietz mit 42 Sekunden Rückstand auf Gesamtsieger Paul Fietzke (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) den vierten Rang, Heidemann wurde Siebter.
Entsprechend positiv fiel das Fazit von Sportlichem Leiter Fabian Peplau gegenüber RSN aus: "Die Sauerlandrundfahrt war für uns wirklich klasse! Neben den tollen Podien und Siegen sind wir jeden Tag in die Top-Ten gefahren. Wir sind aktiv und angriffslustig gefahren, waren stets vorne präsent und haben das Rennen geprägt - und das alles vor heimischem Publikum! Wir hatten eine super Stimmung innerhalb der Mannschaft. Ich bin stolz darauf, wie unsere Sportler gefahren sind!"
Auch Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur fand bereits im Zeitfahren gut in die Rundfahrt. Ben Jochum und Eike Behrens belegten die Plätze fünf und sechs, ehe Jochum auf der zweiten Etappe als Siebter erneut weit vorne landete. Am dritten Tag rückte Behrens noch einen Schritt weiter nach vorne und wurde Dritter.
Den Höhepunkt hob sich die Mannschaft jedoch für das Finale auf. Arno Wallenborn setzte sich auf der Schlussetappe ab und erreichte den Kahlen Asten als Solist. "Es war natürlich klasse mit dem Etappensieg auf der tollen Strecke am Sonntag. Bei schönstem Wetter alleine anzukommen am Kahlen Asten war für Arno ein cooler Moment und ein klasse Sieg für das ganze Team", sagte Sportlicher Leiter Torsten Schmidt gegenüber RSN.
Großer Jubel am Kahlen Asten: Arno Wallenborn bescherte Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur am Finaltag den Etappensieg. | Foto: Mario Stiehl/ Sauerland - Rundfahrt
Für ihn stand dabei nicht nur das einzelne Resultat im Vordergrund: "Die Jungs sind von Start bis Ziel ganz toll zusammengefahren. Schon im Zeitfahren fing die Rundfahrt gut an und wir hatten sehr gute Ergebnisse. Die 2. Etappe verlief auch sehr gut, aber es hätte mehr herauskommen können. Aber das ist eben auch das Interessante an dem Sport. Am dritten Tag in Wenholthausen war der Podiumsplatz von Eike auch ganz besonders."
Mit Behrens auf Rang acht und Wallenborn auf Platz zehn schafften schließlich zwei Fahrer der Mannschaft den Sprung unter die besten Zehn der Gesamtwertung. "Insgesamt hatten wir wirklich eine wunderbare Zeit als Team im Sauerland mit schönen Erfolgen und Momenten bei dieser tollen Rundfahrt", bilanzierte Schmidt.
Bei Benotti – Berthold begann die Rundfahrt dagegen verhaltener. Nach dem Auftaktzeitfahren lag Tim Kößler lediglich auf Rang 52, doch auf den folgenden Etappen arbeitete sich der 23-Jährige kontinuierlich nach vorne. "Unser Zeitfahren war durchwachsen, da hatten wir etwas andere Vorstellungen gehabt. Wir konnten uns aber auf den drei folgenden Etappen Stück für Stück nach vorne bringen", erläuterte Teamchef Lars Wackernagel gegenüber RSN.
Die Hirschberger Wand verlangte auch kletterstarken Fahrern wie Patrick Reißig (Benotti – Berthold) alles ab. | Foto: Stephan Peters/ Sauerlandrundfahrt
Patrick Reißig setzte auf der 2. Etappe mit Rang zwölf zunächst das beste Tagesresultat des Teams, ehe Kößler auf der Schlussetappe als Sechster überzeugte. Damit verbesserte er sich noch auf Platz 16 der Gesamtwertung. Gerade vor dem Hintergrund seines schweren Sturzes bei der Erzgebirgsrundfahrt wertete Wackernagel das Ergebnis hoch: "Mit Tim Kößler haben wir ein wunderbares Ergebnis gestern erzielt, gerade nach seiner langen schwierigen Verletzung. Das lässt sehr hoffen für die Zukunft."
Zugleich hob Wackernagel den Stellenwert des neuen Etappenrennens für die heimischen Teams hervor: "Wir hatten wunderbare Tage im Sauerland, da geht das Kompliment auch an den Veranstalter. Wir haben sehnsüchtig darauf gewartet, dass es mal wieder eine Rundfahrt in Deutschland in der Größe gibt, wo wir als Teams auch Einladungen bekommen." Auch mannschaftlich zog er ein positives Fazit: "Das Team hat wunderbar funktioniert, wir hatten eine gute Zeit und sind sehr zufrieden mit den Leistungen."
Mit lediglich vier Fahrern trat Run & Race – Solarpur im Sauerland an, da die Mannschaft zeitgleich auch bei der South Bohemia Tour (2.2) vertreten war. Dennoch ging das Team mit einem klaren Ziel ins Rennen: Andrin Züger sollte möglichst weit vorne in der Gesamtwertung landen. Der Schweizer legte dafür mit Rang neun und 37 Sekunden Rückstand im Prolog die Grundlage. Auf der zweiten Etappe geriet die Mannschaft auf dem taktisch geprägten Schlusskurs zwischenzeitlich in die Defensive. "Als wir zurück kamen, war die Gruppe für den Sieg schon weg", erläuterte Züger gegenüber RSN.
Rang neun im Auftakt und in der Gesamtwertung: Andrin Züger (Run & Race – Solarpur) überzeugte mit einer konstanten Rundfahrt. | Foto: Mario Stiehl/ Sauerlandrundfahrt
Nach einem schweren dritten Renntag ging es für Züger noch einmal um die Gesamtwertung, wo er vor dem Finale auf Rang elf lag. Dabei konnte er sich auf die Unterstützung seiner Mannschaft verlassen: "Am letzten Tag konnte ich nochmal alles geben und das Team hat mich super unterstützt." Mannschaftskollege Tobias Kreuzer blieb bis zum Ziel in Zügels Gruppe und konnte sich noch über den 14. Platz freuen.
Züger kam mit der zweiten Gruppe ins Ziel, ließ Red Bull – Bora – hansgrohe-Profi Ben Zwiehoff hinter sich und verbesserte sich auch durch das krankheitsbedingte Aussteigen von Jermaine Zemke noch auf Rang neun des Gesamtklassements. Sein Rückstand auf Fietzke betrug 1:10 Minuten. Insgesamt gelangen ihm während der Rundfahrt drei Top-Ten-Platzierungen.
Neben den Kontinental-Teams stand auch die deutsche Nationalmannschaft am Start, in der sich fünf Fahrer von Standert Brandenburg sowie zwei schnelleStelle - SC DhfK Leipzig-Athleten befanden. Besonders Lennart Lein, der normalerweise für das Leipziger Amateurteam in die Pedale tritt, machte mit dem Sieg der Bergwertung auf sich aufmerksam.
"Eigentlich war es gar nicht so der Plan auf das Bergtrikot zu gehen. Ich wusste nach der zweiten Etappe nur, dass die Ersten der Bergwertung gar nicht so viele Punkte haben. Mein Plan war, dass ich auf der dritten Etappe früh in die Spitzengruppe komme, um in den Bergen einen Vorsprung zu haben", erklärte Lein gegenüber RSN. In der Fluchtgruppe sammelte er daraufhin gezielt Punkte: "Dann bin ich die erste Bergwertung einfach mitgesprintet, weil ich so gut drauf war. Es war sehr knapp, am Ende wurde ich doch Zweiter der Wertung. Danach habe ich etwas eher angetreten und die nächste Wertung für mich entschieden."
Dass auf der Etappe noch eine weitere Bergwertung folgte, hatte Lein allerdings nicht auf dem Schirm, sodass er das Trikot zunächst verpasste. "Umso mehr wollten wir dann als Mannschaft dieses Trikot am Schlusstag für mich holen."
Nachdem es an der Hirschberger Wand zunächst nicht mit den entscheidenden Punkten geklappt hatte, setzte sich Lein mit einer kleinen Gruppe ab. An den beiden folgenden Bergwertungen holte er jeweils die maximale Punktzahl und sicherte sich damit endgültig das Trikot. Auch abseits des sportlichen Erfolgs blieb für ihn ein positives Fazit: "Es war sehr schön dank German Cycling und Team Standert Brandenburg an dem Rennen teilzunehmen und fünf Tage mit extrem motivierten und netten Menschen verbracht haben zu dürfen."Weniger erfolgreich verlief die Sauerland-Rundfahrt für MaxSolar – Raymon. Schon im Prolog musste die Mannschaft einen Nachteil hinnehmen, da nicht alle Fahrer mit Zeitfahrmaschinen ausgestattet waren. "Damit konnten wir nicht großartig in die Platzierungen eingreifen", erklärte Teamchef Heinz Kargl.
Auf der zweiten Etappe erreichte Jose Maria Garcia in der ersten Gruppe Rang 30. Einen Tag später verpasste das Team die entscheidende Fluchtgruppe. "Die dritte Etappe war sehr hart, hier haben wir den Sprung in die Gruppe des Tages verpasst, auch weil McNabb sich in genau diesem Moment versteuert hatte", so Kargl. Auch am Finaltag gelang es keinem Fahrer, in die Ausreißergruppe zu kommen. Garcia und Luke Meyer-Eland hielten sich jedoch bis zum letzten Anstieg in der ersten Gruppe, Meyer-Eland erreichte schließlich als 38. das Ziel.
Kargl ordnete die Ergebnisse auch mit Blick auf den späten Zeitpunkt der Saison ein: "Man merkt jetzt langsam, dass die Saison lang wird und keiner mehr so frisch ist. Aber so ist es nun mal."
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