RSNplusPlätze 13 und 15 für deutsches U23-Duo in Montreal

Keßler und Leidert mit Top-15-Ergebnissen “ganz“ bis “sehr“ zufrieden

Von Peter Maurer aus Montreal

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Louis Leidert im WM-Zeitfahren von Montreal. | Foto: Cor Vos

22.09.2026  |  (rsn) – Seit dem Doppelsieg 2016 durch Marco Mathis und Maximilian Schachmann in Doha müssen die deutschen Männer weiter auf eine WM-Medaille im U23-Zeitfahren warten. Wie vor einem Jahr in Kigali landeten die beiden Vertreter von German Cycling auch in Montreal nun knapp unter den besten 15. Waren es in Ruanda die Ränge 15 und 16 durch Louis Leidert und Paul Fietzke, so gab es diesmal Platz 13 für Bruno Keßler und Leidert nahm erneut den 15. Rang im Klassement ein.

"Wenn es am Ende zu einer Top-15-Platzierung reicht, bin ich zufrieden", resümierte Keßler, der mit radsport-news.com sprach, als noch nicht alle Fahrer das Ziel erreicht hatten. Für den 21-Jährigen, der in den vergangenen beiden Jahren die nationalen Titelkämpfe in der U23-Klasse für sich entscheiden konnte, war das Zeitfahren in Montreal vor allem auch ein kleiner Formcheck in Richtung seines eigentlichen Saisonzieles, den Bahn-Weltmeisterschaften in Shanghai, welche in vier Wochen stattfinden.

"Die Form ist ganz gut, gerade auch im Hinblick auf die Bahn-WM und deswegen kann ich mit meiner Leistung ganz zufrieden sein", bilanzierte der Leipziger. 1:25 Minuten fehlten ihm auf den überraschenden neuen Titelträger Ryan Gal aus den Niederlanden, fünf Sekunden Vorsprung hatte er auf Leidert. "Wir haben auf keinen Fall daran gedacht, dass wir uns irgendwie battlen. Ich glaube, wir können beide ganz zufrieden sein, so wie es jetzt geendet ist", meinte Keßler, der wohl auf einem weniger technischen, reinen Drückerkurs besser aufgehoben gewesen wäre, vor allem wegen seiner Bahnstärken. ___STEADY_PAYWALL___

Sein Landsmann Leidert war auf den 31,3 Kilometern vor allem auf der Suche nach Vollkommenheit. "Es war mein Ziel, so nah wie möglich an das perfekte Zeitfahren heranzukommen, was natürlich eine sehr, sehr schwere Aufgabe ist", meinte der Bensheimer, der sich auch sehr positiv über die Strecke in Montreal, die nicht unbedingt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bislang zusagte, äußerte.

"Es wurde alles abgefragt, was man als Zeitfahrer können muss"

"Es war ein sehr faires Zeitfahren, weil für jeden etwas dabei war. Es wurde alles abgefragt, was man als Zeitfahrer können muss", so der 21-Jährige, der auch schon seine Fahrt in der Mixed Zone analysierte, ehe das Rennen zu Ende war. "Von meinem Gefühl her wurde das Rennen zum richtigen Zeitpunkt sehr hart. Aber ich konnte noch richtig draufbleiben auf dem Pedal und hatte nicht das Gefühl, dass ich eingegangen bin. Deswegen bin ich sehr zufrieden mit meiner Performance", erzählte er weiter.

Wie viele der Starterinnen und Starter des zweiten Tages schaute auch er am Vortag noch das Geschehen in den beiden Elite-Rennen, die zum großen Teil den gleichen Parcours zu befahren hatten. "Daher wussten wir, dass man im ersten, technischen Teil dabeibleiben und mit Köpfchen fahren muss, statt dort schon alle Energien rauszublasen“, erklärte Leidert.

Der 21-Jährige legte in seiner Vorbereitung sein Augenmerk auf Lidl-Trek-Teamkollege Jakob Söderqvist, der in der Elite auf Podiumskurs stürzte: "Er ist eine gute Orientierung, vor allem vom Pacing her. Wichtig war es zum richtigen Zeitpunkt umzuswitchen - vom mit-Köpfchen-fahren zum Zeitfahren mit Druck. Und wenn du dann richtig im Sack bist, musst du dich zwingen, weiter alles rauszuholen, auch wenn es schon wehtut - weiter auf die Geschwindigkeit zu achten und sie bis zur nächsten Kurve hochhalten.", so Leidert.

Am Freitag wartet ein brutal schweres Straßenrennen

Anders als noch im vergangenen Jahr in Kigali, als der Bensheimer am Tag nach dem U23-Einzelzeitfahren in der krankheitsgeschwächten Mixed-Staffel der Elite einspringen musste, wartet auf ihn nun eine dreitägige Wettkampfpause, bevor am Freitag das Straßenrennen der U23 anstehen wird.

Dort bildet er das deutsche Quintett mit Max Bock, Paul Fietzke, Moritz Mauss und Jermaine Zemke. Keßler ist auf dem schweren Parcours nicht dabei – es wird das vielleicht härteste Rennen der gesamten WM 2026 mit 174,2 Kilometern und 3.497 Höhenmetern (gut 100 hm mehr als 2025 in Kigali). 13 Runden auf dem Rundkurs von Montreal stehen für die U23 an, und damit eine mehr als bei der Elite, die vor ihren zwölf Runden eine weitgehend flache, rund 100 Kilometer lange Anfahrtsschleife zu bestreiten hat.

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