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30.03.2026 | (rsn) – Bei der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) lieferte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) seine zweite Machtdemonstration in diesem Monat ab. Anders als bei Paris-Nizza zu Beginn des März gewann er in Spanien mit “nur“ 1:22 Minuten Vorsprung. Sein Sieg war in Barcelona aber ebenso unangefochten wie in Nizza. Jeweils gewann der Däne zudem zwei Etappen als Solist und sendet damit – bewusst oder unbewusst – eine Nachricht in Richtung seines großen Rivalen Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) im Juli, den er nach zwei zweiten Plätzen in Folge bei der Tour de France endlich wieder schlagen möchte.
Zuvor steht aber noch ein weiteres Saisonhighlight für Vingegaard an: Zum ersten Mal in seiner Karriere will er beim Giro d’Italia starten und geht eindeutig als Topfavorit in das Rennen. Das Timing könnte kaum besser sein: Zwei Jahre in Folge wurde er im Frühjahr von Stürzen und schweren Verletzungen zurückgeworfen.
Den März 2026 nutzt er eindrucksvoll, um die Radsportwelt an seine Ausnahmestellung zu erinnern. Die Frage stellt sich: Ist Vingegaard schon bereit für Pgacar? “Meine Form ist gut, aber ich bin noch nicht auf meinem allerbesten Level“, sagte er und sendete damit eine klare Warnung an die Konkurrenz in Italien – und in Frankreich. “Ich bin optimistisch, dass ich beim Giro ein sehr, sehr hohes Level erreichen kann. Ich kann noch ein gutes Stück besser werden, aber wir werden sehen.“
Natürlich ist der Giro mehr als ein Zwischenziel in Richtung Tour für den Dänen, aber es ist kein Geheimnis, dass es für Vingegaard im direkten Duell mit Pogacar zählt – erstmals treffen sie sich in der katalanischen Hauptstadt Barcelona, dort beginnt die Tour mit einem Mannschaftszeitfahren am Montjuic. Am Hausberg der Metrobole mit seiner Festung musste er sich den Angriffen von Red Bull – Bora – hansgrohe im Kampf um den Gesamtsieg bei der Katalonien-Rundfahrt erwehren – was ihm ohne erkennbare Schwierigkeiten gelang, auch wenn er im Finale ohne Teamkollegen auskommen musste.
Nun blickt Vingegaard nach vorne: “Mein nächstes Rennen wird der Giro sein, das ist das erste Ziel, aber auch die Tour ist ein großes Ziel. Wir starten hier in Barcelona und ich mag diese Gegend auch sehr gerne“, sagte er nach seinem insgesamt fünften Gesamtsieg bei einer der großen einwöchigen Rundfahrten.
In Katalonien sah man nicht den “Killer Jonas“ von Paris-Nizza, wie ihn sein Teamkollege Victor Campenaerts damals martialisch taufte, aber einen überlegenen, souveränen Vingegaard, der von seinem Leistungsvermögen her sehr klar über seinen hochkarätigen Konkurrenten stand. Der 29-Jährige zeigte sich weniger erbarmungslos als etwas bei der 5. Etappe von Paris-Nizza nach Colombier-le-Vieux, als er seinen Rivalen bei einem 20-Kilometer-Solo mehr als zwei Minuten abnahm.
In Katalonien beließ er es bei einer sechs Kilometer langen Attacke am Coll de Pal – im Ziel blieb nur Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) innerhalb von einer Minute Rückstand vom Dänen. Vingegaard wird nie ein Pogacar sein, der praktisch parallel die großen Eintagesrennen des Frühjahrs gewinnt. Er ist ein anderer Fahrertyp, der nie diese Explosivität und die Radbeherrschung des Slowenen mitbringen wird. Aber mit seinem ersten völlig fitten Frühjahr seit drei Jahren zeigt der Däne, dass er sehr zielgerichtet auf das Duell mit dem Dominator der vergangenen Jahre hinarbeitet. Es ist fast schade, dass es erst bei der Tour zum großen Duell der beiden Superstars kommt. Erst dann wird sich herausstellen, ob der Däne dem Dominator Paroli bieten kann!