Zuschauer zwang UAE-Auto wohl zur Notbremsung

Rubio kracht ungebremst in Heckscheibe eines Begleitfahrzeugs

Von Felix Mattis aus Alpe d´Huez

Foto zu dem Text "Rubio kracht ungebremst in Heckscheibe eines Begleitfahrzeugs"
Einer Rubio (Movistar) nach seiner Erstversorgung im medizinischen Truck der Tour de France - links neben ihm: Sportchef Sebastian Unzue. | Foto: Felix Mattis

24.07.2026  |  (rsn) – Ein schwerer Unfall hat das spektakuläre Finale der 19. Etappe bei der Tour de France 2026 in Alpe d'Huez überschattet. 5,3 Kilometer vor dem Ende des 13,8 Kilometer langen Schlussanstiegs prallte Einer Rubio (Movistar) mit dem Gesicht gegen die Heckscheibe des unmittelbar vor ihm fahrenden und abrupt stoppenden UAE-Begleitfahrzeugs. Die Scheibe zersprang und Rubio musste das Rennen mit zahlreichen Schnittwunden aufgeben.

Ob sich der Kolumbianer auch Gesichtsfrakturen zugezogen hat, ist noch unklar. Nach einer Erstversorgung im medizinischen Versorgungstruck der Tour de France wurde Rubio ins Krankenhaus nach Grenoble gefahren. Das bestätigten die Verantwortlichen des Movistar-Teams radsport-news.com vor Ort.

"Wir bringen ihn ins Krankenhaus, um ihn röntgen zu lassen und sicherzustellen, dass sonst alles okay ist. Es war ein großer Schlag gegen den Kopf und natürlich müssen all die Prozeduren mit Scans und weiteren Untersuchungen heute Abend folgen", erklärte Movistars Sportchef Sebastian Unzue, der Sohn des langjährigen Teamchefs Eusebio Unzue.

Der Spanier erzählte, dass die Sportliche Leitung des Teams UAE – Emirates – XRG sofort beim Movistar-Team angerufen haben, um sich zu entschuldigen und nach Rubio zu erkundigen. Außerdem schilderten sie auch die Ursache des Unfalls: "Was wir von ihnen gehört haben ist, dass jemand vor ihnen hingefallen ist und das Auto sofort stoppen musste. Da gab es keine andere Option. Und dann konnte Einer einfach nicht ausweichen", so Unzue.

"Unser Teamwagen ist erstmal vorbeigefahren, weil wir ihn nicht gesehen haben. Da waren so viele Zuschauer und wir konnten ihn erst sehen, als wir schon vorbei waren. Aber da war es zu spät, anzuhalten, denn es waren zu viele Menschen. Wir konnten nicht parken und bei ihm sein – das sind die Dinge, die passieren, wenn so viele Leute auf der Straße stehen. Es ist einfach schwierig für jeden, seinen Job dann noch zu machen."

"Wir müssen Wege finden, um es für alle sicherer zu machen"

Unzue betonte im Gespräch mit RSN, dass es toll sei, all die Fans zu sehen, die einmal mehr für eine atemberaubende Atmosphäre und ein großes Radsport-Fest sorgten. "Aber wir müssen Wege finden, um es für alle sicher zu machen. Nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Zuschauer. Ich meine: Ich war im Auto und wir haben heute sicher 100 verschiedene Menschen im Verlauf der Etappe fast überfahren. Wir kommen an einen Punkt, an dem es für niemanden mehr sicher ist", mahnte der 34-Jährige an und überlegte:

"Vielleicht könnte es helfen, Absperrgitter von unten bis oben aufzustellen, um solche Situationen zu vermeiden. Denn eigentlich ist das ja keine enge Straße. Wenn da Gitter gestanden hätten, hätte das vermieden werden können – dann hat der Fahrer Platz, um auszuweichen. Wie gesagt: Es ist toll, die Fans heute zu sehen und zu erleben, wie sie alle Spaß haben. Aber für uns ist das jetzt kein Party-Tag."

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