Die Stimmen zur 8. Etappe der Tour de France Femmes

Aldag: “Die Rampe war dann so zehn Meter zu lang “

Von Kevin Kempf

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Rolf Aldag (Canyon - SRAM) | Foto: Cor Vos

08.08.2026  |  (rsn) – Demi Vollering (FDJ United – Suez) hat am Vorschlusstag der Tour de France Femmes (2.WWT) das Klassement auf dem Kopf gestellt. Knapp sechs Kilometer vor dem Ziel griff die Niederländerin an einer Rampe und stellte alle Gegnerinnen ab. Elisa Longo Borghini (UAE – L’IMAD) und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM) bekamen in der Abfahrt und auf den flachen Kilometern die Lücke nicht mehr zu.

Vollering überquerte den Zielstrich 17 Sekunden vor den ersten beiden Verfolgerinnen und übernahm damit das Gelbe Trikot von Niewiadoma-Phinney, die Dritte wurde. Mit 38 Sekunden Rückstand belegte Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) den vierten Platz, Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) wurde zeitgleich Elfte vor Marlen Reusser (Movistar).

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 8. Etappe der Tour de France Femmes:

Demi Vollering (FDJ United – Suez / Siegerin / Ziel-Interview):“Irgendwann, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber vielleicht im Januar, als ich mir die Strecke hier angesehen habe, habe ich vor meinen Augen gesehen, dass ich hier Gelb erobern werde. Es hat keinen Sinn gemacht und ich habe es auch völlig vergessen. Es war sehr komisch. Heute Morgen kam dieses Deja-vu irgendwie zurück. Vielleicht soll es so sein, habe ich mir gedacht.“

Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM / Dritte / Eurosport): “Ich war am Anfang des Anstieges enorm wütend. Gery hat mich absichtlich in die Bande gedrängt, weswegen ich rausnehmen musste. Wenn sie Rennen fahren wollen, sollen sie fair fahren und nicht versuchen, mich einzubauen. Das ist so kindisch! Ich habe heute jeglichen Respekt vor ihnen verloren. Wir haben weiterhin das gleiche Ziel: das Gelbe Trikot. Wir müssen uns jetzt mit dem Team besprechen und gucken, wie der Plan aussieht.“

Kim Le Court (AG Insurance - Soudal / Vierte / Eurosport): “Den vorletzten Berg haben wir drei Kilometer lang wie einen Sprint gefahren. An der letzten Mauer war es dann jede für sich selbst. Man konnte niemandem folgen oder ans Hinterrad fahren. Man musste einfach treten, so hart man konnte. Die Drei waren einfach besser. Ich bin mir einer Gruppe dahinter über die Kuppe gekommen und dann gab es ein Zeitfahren zum Ziel.“

Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM / Elfte / ARD): “Es war wirklich eine harte Tour bis jetzt. Es war kein Tag dabei, an dem man sagt, man rollt einfach mal mit. Deswegen ist es einerseits schade, dass es dann schon zu Ende ist, anderseits bin ich auch froh, wenn ich mich dann nächste Woche einfach an den See legen kann. Ich habe zu Kasia gesagt, dass es auf jeden Fall noch nicht vorbei ist. Wir haben morgen noch einen superharten Tag und sie ist superstark. Dann schauen wir einfach mal, wie es morgen so ist.“

Linda Riedmann (Lotto – Intermarché / 47. / ARD): “Ich spüre die Beine schon. Ich würde zwar sagen, dass es heute die einfachste Etappe war, weil es im zweiten Teil ziemlich flach war. Aber das ändert trotzdem nichts daran, dass die anderen Tage davor megahart waren. Ich freue mich einfach dann auch, dass es morgen vorbei ist.“

Franziska Koch (FDJ United - Suez / 60. / Eurosport): “Es ist unglaublich. Demi war gestern natürlich superenttäuscht. Am Ventoux zu gewinnen war für sie ein großes Ziel und sie wollte natürlich das Gelbe Trikot. Heute hatten wir also eine Mission Wir waren zu hundert Prozent motiviert und es fühlt sich enorm gut an, wenn man einen Plan ausarbeitet, der dann funktioniert. Wir mussten 15 Sekunden aufholen und als Bonus im Ziel gab es maximal zehn. Ist sie solo angekommen? Das war natürlich das Traumszenario.“

Liane Lippert (Movistar / 89. / ARD): “Nachdem man seine Arbeit getan hat, nimmt man eigentlich raus und fährt locker ins Ziel. Manchmal hört man im Radio noch ein paar Sequenzen. Aber viel weiß man dann nicht. Wenn man ankommt, will man eigentlich sofort wissen, was Sache ist. Mit der Arbeit sind wir zufrieden. Ich weiß jetzt aber auch nicht ganz genau, wie viel Marlen noch verloren hat. Aber ich glaube, der dritte Platz ist noch sicher.“

Ronny Lauke (Canyon – SRAM / Teamchef / ARD): “Es geht um das Gelbe Trikot. Da werden auch die Ellbogen ausgefahren. Es gab da am letzten Anstieg anscheinend eine Situation, in der eine Helferin der gegnerischen Mannschaft Kasia direkt gesucht hat und versucht hat, sie aus dem Rennen zu nehmen. Das war leider zu erwarten. Aber wir werden damit umgehen und morgen versuchen zurückzuschlagen.“

Rolf Aldag (Canyon – SRAM / Sportlicher Leiter / ARD): “Ich glaube, Demi war einfach super stark heute. Sie hat alle anderen heute einfach abgehängt. Die Rampe war dann so zehn Meter zu lang. Aber wir können die Strecke ja nicht ändern. Dann ist Demi aber super gefahren. Wenn dann Longo Borghini und Kasia nicht näherkommen und Zeit verlieren, dann wissen wir, wer heute verdient gewonnen hat.“

Ina-Yoko Teutenberg (Lidl – Trek / Sportliche Leiterin / ARD): “Wir hatten gehofft, dass die Gruppe wenigstens fünf bis acht Fahrerinnen groß ist. Dann hätte die auch große Chancen gehabt, durchzukommen. Das Problem ist, dass das Rennen um das Gelbe Trikot noch so eng ist, dass die Favoritinnen auch die Sekunden haben wollten. Deswegen hilft dann auch FDJ in so einer Situation mit. Das ist eben so. Wir haben es probiert. Es hat nicht geklappt. Es war am Ende ein ganz schön schweres Finale für eine Flachetappe.“

Lars Boom (Sportdirektor FDJ United – Suez / Eurosport):“Es war eine perfekte Etappe für das Team. Es gab volles Vertrauen in den Plan. Alle Fahrerinnen haben im vorletzten Anstieg bis zur Erschöpfung alles gegeben. Das war auch das, was wir von ihnen verlangt haben. Das war perfekt. Es kommt immer drauf an, in welcher Position man in der Gesamtwertung ist. Wir mussten 15 Sekunden aufholen und das funktioniert nicht in einem Sprint, bei zehn Bonussekunden an der Ziellinie.“

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