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06.08.2026 | (rsn) – Nachdem gestern die Favoritinnen auf das Gelbe Trikot in Aktion getreten waren, wurde die 6. Etappe der Tour de France Femmes zu einer Angelegenheit für die Ausreißerinnen. Dabei setzte sich über 153,4 Kilometer von Montbrison nach Tournon-sur-Rhone im Sprint einer achtköpfigen Spitzengruppe Kim Le Court (Soudal – Quick-Step) im Sprint einer achtköpfigen Spitzengruppe knapp vor der Französin Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) und der Niederländerin Puck Pieterse durch. Die Friedrichshafenerin Liane Lippert (Movistar) wurde als beste deutsche Fahrerin Sechste.
“Das Rennen war verrückt. Ich hatte in der Abfahrt zum letzten Anstieg einen Defekt. Ich musste das Rad wechseln und mein Team war dann fantastisch. Es hat mich langsam, aber sicher zurück ins Feld gebracht. Ich habe dann versucht, geduldig zu bleiben und mich von dem Effort zu erholen. Riejanne Markus und ich sind dann zur Spitzengruppe gesprungen. Dort wurde nicht gut zusammengearbeitet“, sagte Le Court im Ziel-Interview.
So versuchte es die 30-Jährige selbst mit einer späten Attacke, die aber durch Elisa Longo Borghini (UAE - L'Imad) vereitelt wurde. “Auf den letzten Kilometern hatte ich einmal eine Lücke, aber Elisa hat die wieder zugefahren. Dass Riejanne noch angreifen würde, wusste ich. Anders konnte sie aus der Situation heraus nicht gewinnen“, so Le Court, die dann die Lücke zur Niederländerin schloss, aber so keine Körner mehr übrig hatte, wie sie eingestand.
“Ich war wirklich total tot, ich war absolut am Limit. Ich kann nicht glauben, dass ich trotzdem noch die Beine für den Sprint hatte. Ich war ganz kurz davor hinzuschmeißen. Aber nach der Leistung meines Teams konnte ich das nicht tun“, sagte sie nach ihrem zweiten Tour-Etappensieg, mit dem sie sich für eine bisher eher enttäuschend verlaufene Rundfahrt entschädigte.
“Das Team hat das gebraucht. Ich hatte wirklich Probleme seit dem Zeitfahren. Wir hatten natürlich GC-Ambitionen, aber eine Etappe bei der Tour zu gewinnen, ist etwas Besonderes. Menschen erinnern sich kaum an Top-5- oder Top-10-Fahrerinnen, dafür aber an Etappensiegerinnen“, fügte sLe Court an.
Die Gruppe der Favoritinnen um das Gelbe Trikot kam mit 28 Sekunden Rückstand ins Ziel. Vor der morgigen Königsetappe zum Mont Ventoux gab es an der Spitze der Gesamtwertung keine Änderungen. Die Schweizerin Marlen Reusser (Movistar) liegt weiterhin zwölf Sekunden vor der Niederländerin Demi Vollering (FDJ United – Suez) , die Polin Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM / +1:17) behauptete Rang drei, Longo Borghini rückte auf Rang vier (+2:28) vor und verdrängte die Rosenheimerin Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM / + 2:40) auf den fünften Platz. Le Court verbesserte sich vom 13. auf den neunten Rang (+3:26).
Die 23-jährige Niedermaier behauptete aber ihr Weißes Trikot ebenso wie Pieterse das Gepunktete der besten Bergfahrerin. Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) bleibt an der Spitze der Punktewertung. UAE – L’Imad behauptete die Führung in der Teamwertung.
Wie schon gestern ging es auch diesmal kurz nach dem Start bergauf. Und an der ersten diesmal sechs Bergwertungen bot sich das gleiche Bild: Pieterse holte sich an der Côte de Périgneux (4. Kat.) aus dem Feld heraus die maximal möglichen zwei Zähler. Danach ging Loes Adegeest (Lidl - Trek) in die Offensive und erhielt wenige Kilometer später Begleitung von Nikola Nosková (Cofidis) und Katrine Aalerud (Uno-X Mobility).
Das Trio erarbeitete sich einen Vorsprung mehr als zweieinhalb Minuten, Nosková holte sich die beiden nächsten Bergpreise. An der Côte d’Aurec (3. Kat.) ließ Vollering ihre Teamkollegin Célia Gery das Tempo erhöhen, was zu einer Verkleinerung des Feldes führte, wobei überraschenderweise auch Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) zu kämpfen hatte, ehe die Niederländerin später sogar den Anschluss verlor.
Aalerud gewann den Zwischensprint, aus dem Feld heraus sammelte Wiebes hinter der gestern gestürzten Noemi Rüegg (EF Education – Oatly / 15) noch 13 Zähler für ihr Grünes Trikot sammelte. An der Côte de Praneuf (4. Kat.) war wieder Nosková vorn, während im Feld auf weiter ansteigendem Terrain nun Pieterses Team, EF Education und dann auch SD Worx für Tempo sorgten.
Das Streckenprofil der 6. Etappe der Tour de France Femmes | Foto: Veranstalter
Prompt sank der Abstand auf rund 30 Sekunden, ehe zuerst Nosková und im dann folgenden Anstieg zum Col de Lalouvesc (2. Kat.) auch Aalerud und Adegeest vom Feld eingefangen wurden. Pieterse sicherte sich dann den Bergpreis, ehe in der langen Abfahrt Lokalmatadorin Gery immer wieder Druck machte, ehe sich die Französische Meisterin 34 Kilometer vor dem Ziel absetzen konnte und kurz darauf Begleitung von Kerbaol, Pieterse, Lippert, Longo Borghini und Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike) erhielt.
Im schnell schrumpfenden Feld arbeitete nun Niedermaier für ihre Teamkollegin Niewiadoma, um die Lücke wieder zu schließen. Die blieb aber bei rund einer halben Minute, weil Longo Borghini vorne ein hohes Tempo einschlug. 16 Kilometer vor dem Ziel holte sich Pieterse auch den letzten Bergpreis.
Aus der jetzt nur noch rund 20-köpfigen Gruppe der Favoritinnen setzten sich kurz darauf Riejanne Markus (Lidl – Trek) und Le Court ab und schlossen kurz vor dem Bonussprint neun Kilometer vor dem Ziel zur Spitze auf. Le Court holte sich die auch die sechs Bonussekunden vor Longo Borghini (4).
Die Gruppe um das Gelbe Trikot wurde nun von Gerys Teamkollegin Vollering angeführt, die dafür sorgte, dass der Rückstand von 40 Sekunden in der finalen Abfahrt fast halbiert wurde. Aus der uneinigen Spitzengruppe zog Le Court vier Kilometer vor dem Ziel davon, doch Longo Borghini führte die Verfolgerinnen einen guten Kilometer später wieder heran.
Die Italienerin fing kurz darauf auch die attackierende Markus ein – die jedoch trat kurz vor dem Teufelslappen erneut an, kam aber wieder nicht weg. Rund 300 Meter vor dem Ziel zog Le Court dann ihren Sprint an und behauptete sich knapp vor Kerbaol und Pieterse. Lippert blieb hinter van Dam und Gery der sechste Platz vor Longo Borghini.
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