Nach Zeitfahrdebakel von Dijon

Ferrand-Prévot muss Aufholjagd starten: “Das gefällt mir“

Von Matthias Seng

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Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) im Einzelzeitfahren der Tour de France 2026 | Foto: Cor Vos

05.08.2026  |  (rsn) – Das Zeitfahren der Tour de France Femmes (2.UWT) hatte eine Siegerin und mehrere weitere Gewinnerinnen, aber auch eine große Verliererin: Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) handelte sich auf den 21 Kilometern von Gevrey-Chambertin nach Dijon nicht nur 2:13 Minuten Rückstand auf Top-Favoritin Marlen Reusser (Movistar) ein – auch im Vergleich zu den weiteren Tour-Favoritin schnitt die Titelverteidigerin schlecht ab. So fiel die Französin vom zehnten auf den 14. Platz der Gesamtwertung zurück.

“Ich habe mich so gut wie möglich auf das Zeitfahren vorbereitet. Wir werden sehen“, sagte eine etwas ratlose wirkende Ferrand-Prévot in der Mixed-Zone nach ihrem ersten Einzelzeitfahren seit ihrer Rückkehr in den Straßenradsport 2025. Dabei hatte sich die 34-Jährige, 2014 immerhin Weltmeisterin in dieser Disziplin, auch eigens auf diese Herausforderung vorbereitet.

“Ich finde es toll, dass es nun ein Zeitfahren gibt, besonders in dieser Region. Ich freue mich sehr über diese Etappe und bin gespannt darauf“, hatte Ferrand-Prévot nach der Streckenpräsentation im Herbst 2025 noch geurteilt, ihr sporttechnischer Manager Rutger Tijssen sprach im vergangenen Oktober von einer “großen Herausforderung“, die eine “etwas andere Vorbereitung“ erfordere. “Wir müssen hier einen Schritt nach vorne machen, auch mit Pauline.“

Dieser Schritt nach vorn misslang offensichtlich, schon nach wenigen Kilometern der 5. Tour-Etappe wurde deutlich, dass es an diesem Tag für Ferrand-Prévot nur um Schadensbegrenzung gehen würde. “Das Team hat mir ein paar Dinge gezeigt und ich habe mein Bestes gegeben. Jetzt kann ich nichts mehr daran ändern. Heute Abend werden wir sehen, wie groß der Rückstand wirklich ist und dann einen Plan machen“, sagte die Allrounderin, die dem Debakel von Dijon sogar gute Seite abgewinnen konnte: “Es ist auch gut, nicht mehr die Favoritin zu sein. Jetzt muss ich aufholen, und das gefällt mir.“

Auffällig im Zeitfahren war auch die hohe Sitzposition auf dem Zeitfahrrad, die den Eindruck hinterließ, dass Ferrand-Prévot nicht in der günstigsten Aerohaltung unterwegs war. Das dementierte sie aber in Dijon. “Der Windkanal hat gezeigt, dass dies die schnellste Position ist. Sie mag etwas aufrecht aussehen, aber sie ist die schnellste“, betonte sie.

Ferrand-Prévot hatte sich wegen beidseitiger Verengungen der Beckenarterien zwischen 2018 und 2020 mehrmals operieren lassen müssen. Die angepasste Sitzposition war eine Reaktion darauf. “Wir haben alles im Hinblick auf meine Oberschenkelarterie berücksichtigt“, sagte sie nun, als sie in der Mixed-Zone danach befragt wurde.

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