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06.08.2026 | (rsn) – Während sie gestern noch als Helferin agiert hatte, bekam Liane Lippert (Movistar) auf der 6. Etappe der Tour de France Femmes 2026 selbst die Chance auf einen Etappensieg. Die Friedrichshafenerin war im Sprint der achtköpfigen Spitzengruppe am Ende jedoch chancenlos und fuhr als Sechste über die Linie. An den kommenden Tagen wird Lippert nun vor allem wieder als Helferin für Marlen Reusser auftreten, die weiterhin das Gelbe Trikot trägt.
“Es war vor dem Sprint extrem hart. Es kamen noch ein paar Fahrerinnen zurück und es gab viele Attacken“, sagte die derimalige Deutsche Meisterin im Ziel zur ARD. Die 28-Jährige schloss erst etwa 30 Kilometer vor dem Ziel in einer kleinen Gruppe um die spätere Etappengewinnerin Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) zu Spitzenreterin Célia Gery (FDJ United – Suez) auf.
Nicht nur Gery und FDJ United waren vom Rennverlauf etwas überrascht. “Es hat ewig gedauert, bis sich die Gruppe gebildet hat. Aber ich war dann dabei“, sagte Lippert. “Es war auf jeden Fall der Plan, heute in die Gruppe zu gehen.“ Wie auch Gery half es Lippert eher nicht, dass starke Kletterinnen wie Elisa Longo Borghini (UAE L’Imad) am letzten Anstieg das Tempo erhöhten.
Lippert hatte sich entschieden, es auf einen Sprint ankommen zu lassen und bei den vielen Angriffen ihrer Konkurrentinnen die Beine stillzuhalten. “Bei den Attacken ist es immer schwierig. Es ist einfach Instinkt, ob man sich entscheidet, mitzugehen oder nicht“, erklärte sie ihre Taktik auf den letzten flachen sieben Kilometern.
Das brachte ihr aber in der Entscheidung keinen Vorteil. “Ich bin nicht ideal gesprintet. Aber ich war auch ein bisschen zu weit hinten positioniert“, sagte Lippert. selbstkritisch. “Die Ziellinie kam dann sehr schnell, auch durch den Wind.“
Die Enttäuschung war ihr anzumerken. Es war bei dieser Toiur wohl die letzte Chance, auf eigene Rechnung zu fahren. Bereits am Freitag steht die Bergankunft am Mont Ventoux an. Da geht es für ihre Teamkollegin Reusser darum, ihr Gelbes Trikot zu verteidigen. “Es sieht immer noch gut aus. Vor der Etappe ging es Marlen auf jeden Fall gut – am Ende habe ich sie ja nicht mehr gesehen. Aber ich glaube, dass sie wieder stark gefahren ist“, sagte Lippert.
Anstelle der Deutschen übernahm die erst 19-jährige Paula Ostiz die Helferrolle für Reusser in der Gruppe der GC-Favoritinnen. “Wir können sehr stolz darauf sein, dass wir mit Liane vorne und dahinter um mich auch noch Fahrerinnen hatten“, zeigte sich Reusser über die Teamleistung zufrieden. Die Schweizerin fühlte dennoch mit Lippert mit. “Ich bin etwas traurig, denn ich hätte Liane gewünscht, dass sie gewinnt. Sie hat einen guten Sprint, deshalb ist es etwas traurig“, sagte die Tour-Gesamtführende bei Eurosport.
Die 34-Jährige muss dennoch nach vorne blicken. “Ich muss mich zuerst mal erholen und morgen werden wir dann sehen, was passiert“, blickte die Gesamtführende voraus. Demi Vollering (FDJ United – Suez) liegt lediglich zwölf Sekunden zurück. “Die Hauptprotagonistinnen werden sich dann am Mont Ventoux zeigen.“ Reusser wird dabei erneut auf Lippert bauen können, die trotz des verpassten Tagessieges ihre ansteigende Formkurve weiter bestätigen konnte.
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