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05.08.2026 | (rsn) – 2:13 Minuten im Zeitfahren am Dienstag in Dijon, 2:35 Minuten tagsdrauf in Belleville-en-Beaujolais: Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) hat bei der Tour de France Femmes 2026 (2.WWT) zwei herbe Niederlagen hintereinander kassiert und hat in der Gesamtwertung nach fünf Etappen exakt fünf Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot von Marlen Reusser (Movistar) und 4:48 Minuten auf die Gesamtzweite Demi Vollering (FDJ United – Suez).
War es das mit dem Thema Titelverteidigung bereits für die Französin? Hat sie die Tour 2026 verloren? "Ich muss ehrlich sein: Ja", sagte die Mountainbike-Olympiasiegerin von 2024 am Mittwochabend zu wielerflits.nl und lächelte. "Ich meine, ich kenne die Abstände noch nicht, aber ich denke es ist vorbei, ja. Jetzt müssen wir uns neu fokussieren, den Plan vielleicht ändern und einen neuen machen."
Keine Durchhalteparole, sondern aufrichtige Ehrlichkeit und Demut zeigte die 34-Jährige, die 2025 ihr Comeback auf der Straße gab und sich prompt ihren großen Traum vom Tour-Sieg erfüllte. Ein Jahr später nun ist sie zurück auf dem Boden der Tatsachen und nimmt das wie ein Champion.
"Ich habe mich bis zum vorletzten Anstieg gut gefühlt, und auch da habe ich mich immer noch gut gefühlt. Aber ich war einfach nicht stark genug, um zu folgen. Deshalb darf ich auch nicht enttäuscht sein, denn ich habe mich nicht schlecht gefühlt und auch die Zahlen waren immer noch wirklich gut. Die Anderen waren einfach stärker heute", sagte sie.
Rund 33 Kilometer vor dem Etappenziel, als Demi Vollering (FDJ United – Suez) am Col de Urbize (3,7 km bei 5,8%) Vollgas gab und das Favoritenfeld nach Vorarbeit ihres Teams sprengte, fiel Ferrand-Prévot zurück. Danach spannte sie mit der ebenfalls abgehängten Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) sowie Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) zusammen.
Das Trio bekam noch Unterstützung durch Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike) und Noemi Rüegg (EF Education – Oatly), die sich aus der Ausreißergruppe zurückfallen ließen, um ihren Kapitäninnen zu helfe. Doch auch zu fünft verloren sie immer weiter an Boden, so dass am Ende kein anderes Fazit mehr möglich war, als dass der Traum von Gelb ausgeträumt ist.
"Ich habe bis zum Ende gekämpft. Mehr als so hart wie möglich aufs Pedal zu treten, kann ich nicht tun", so Ferrand-Prévot, die schon am Montag auf Etappe 3 nicht zu den Allerstärksten an der auch dort kurzen, steilen Rampe im Finale gehörte, das im Jura aber noch ausbügeln konnte. Im Zeitfahren und nun im Beaujolais aber gelang das nicht mehr.
"Zeitfahren ist immer anders, da braucht man eine Menge Power. Hier musste man gut klettern und explosiv sein – und genau das bin ich zurzeit nicht. Ich will und muss da einfach ehrlich zu mir selbst sein. Es ist, was es ist", sagte sie dem niederländischen Sender NOS.
Und gegenüber Wielerflits erklärte sie, dass sie nun auch bereit sei, in die Helferrolle zu schlüpfen, da Teamkollegin Femke De Vries auf Gesamtrang acht liegt und nur eine gute halbe Minute Rückstand auf den vierten Platz von Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) hat: "Wir müssen es natürlich erstmal im Team besprechen, aber sicher: Wenn ich Femke helfen kann, das bestmögliche Ergebnis zu holen, werde ich das tun – ohne Zweifel!"
Während Ferrand-Prévot sich selbst schon abgeschrieben hat, wollten ihre Kontrahentinnen das am Mittwoch direkt nach der Etappe aber noch nicht tun. Zu groß ist der Respekt vor der Titelverteidigerin und zu gut erinnert man sich noch ans Vorjahr, als die Französin an den langen Anstiegen auf einem völlig anderen Level war.
"Der Mont Ventoux ist ein ganz anderer Anstieg als die, die wir heute hatten. Die Anstiege waren sehr punchy. Mont Ventoux ist sehr lange und gleichmäßig", meinte die Gesamtführende Reusser und auch Etappensiegerin Vollering warnte in Belleville-en-Beaujolais: "Letztes Jahr hat Pauline drei Minuten oder so am Madeleine herausgeholt. Das kann immer noch passieren. Ich will also noch nicht zu groß träumen und von Tag zu Tag schauen."
3:03 Minuten büßte die Niederländerin damals auf der Königsetappe auf Ferrand-Prévot ein. Und tatsächlich bestätigte auch die Französin dem NOS schließlich, dass der Ventoux eine andere Aufgabe sei. "Wir werden dort wieder alles geben", versprach sie. Doch damit dürfte sie eher den Kampf um einen Etappensieg gemeint haben, als den um Gelb. Der ist wohl wirklich vorbei für sie.