RSNplusNiewiadoma und Niedermaier imponieren

Aldag nach 5. Tour-Etappe: “Ein riesiges Rennen von uns“

Von Paul Grosch

Foto zu dem Text "Aldag nach 5. Tour-Etappe: “Ein riesiges Rennen von uns“"
Antonia Niedermaier (Canyon - SRAM - Femmes) im Weißern Trikot der Tour de France | Foto: Cor Vos

05.08.2026  |  (rsn) – Für den Tagessieg hat es am Ende nicht gereicht. Trotzdem zieht das Canyon-Team ein positives Fazit von der 5. Etappe der Tour de France Femmes.. Kasia Niewiadoma und Antonia Niedermaier landeten im Tagesklassement unter den besten sechs Fahrerinnen. In der Gesamtwertung liegt das Duo jetzt auf den Plätzen drei und vier und sieht sich damit bestens gewappnet für die weiteren Bergetappen. Die 23-jährige Niedermaier durfte sich bei ihrer Tour-Premiere zudem das Weiße Trikot der Nachwuchsbesten überstreifen.

“Es war ein riesiges Rennen von uns“, zeigte sich Rolf Aldag nach der Etappe in der ARD zufrieden. Der Sportliche Leiter der deutschen Mannschaft hob vor allem die taktisch clevere Leistung seiner Fahrerinnen hervor. “Antonia vorne in der Gruppe zu haben, war der Schlüssel für uns. Sie musste keine Arbeit leisten, und Kasia in der Gruppe hinten auch nicht. Vorne fuhr Lidl Vollgas, hinten fuhr FDJ Vollgas. Wir konnten einfach am Rad bleiben. Ich bin stolz auf die Taktik der Mädels.“ ___STEADY_PAYWALL___

Niedermaier war im Hauptfeld günstig positioniert, als sich aus diesem nach etwas mehr als 50 Kilometern eine größere Gruppe absetzte. “Ich bin irgendwie in dieser großen Ausreißergruppe gelandet. Ich wollte eigentlich nur Flaschen holen“, schilderte Niedermaier die Situation gegenüber RSN. Durch die Tempoarbeit von Lidl – Trek war die Deutsche zwischendurch sogar virtuell im Gelben Trikot unterwegs.

Eher zufällig gelang Antonia Niedermaier (Canyon - SRAM - We Femmes) der Sprung in die Ausreißergruppe. | Foto: Cor Vos

Doch die 23-Jährige machte sich bereits unterwegs keine allzu großen Hoffnungen. “Ich habe nicht daran geglaubt, dass wir bis ins Ziel durchkommen. Die Gruppe lief dafür zu schlecht“, erklärte sie. Nach mehreren Tempoverschärfungen der Favoritinnen um Demi Vollering (FDJ United – Suez) wurde der Rückstand zur Spitzengruppe immer kleiner. Die Ausreißerinnen wurden schließlich mehr als zehn Kilometer vor dem Ziel kurz vor der letzten Bergwertung gestellt.

“Wir wussten, dass es am letzten Anstieg entschieden wird. Der war prädestiniert dafür, dass man dort gut attackieren kann“, sagte Niedermaier gegenüber RSN. Die Rosenheimerin konnte hier dem Tempo von Vollering nicht folgen – im Gegensatz zu ihrer Teamkollegin. “Ich wusste, dass Kasia dort mit Sicherheit gut mitfahren kann. Ich war überrascht, dass ich auch bis fast ganz oben dranbleiben konnte. Aber mir war klar, dass mir diese kurzen Anstiege wehtun würden.“

Trotzdem kam Niedermaier in der Verfolgergruppe 45 Sekunden nach der Tagessiegerin Vollering ins Ziel. Die Niederländerin ließ Marlen Reusser (Movistar) und Niewiadoma im Sprint keine Chance. “Ich bin glücklich und bereue nichts. Es gab nichts, was ich hätte anders machen können oder sollen“, resümierte Niewiadoma gegenüber RSN. “Ich verliere schon mein ganzes Leben lang Sprints. Trotzdem bin ich zufrieden.“

Im Zielsprint musste sich Kasia Niewaidoma (Canyon - SRAM - We Femmes)  Demi Vollering (FDJ  United - Suez) und Marlen Reusser (Movistar) geschlagen geben. | Foto: Cor Vos

Die Polin hatte versucht, ihre Konkurrentinnen mit einer späten Attackeaus der letzten Kurve zu überraschen. “Ich habe schon beim Recon gemerkt, dass ich es in so einer Konstellation dort probieren muss“, erklärte sie. Die Sportliche Leitung wusste davon jedoch wohl nichts. “Die späte Attacke von Kasia war wirklich beeindruckend. Das war so nicht abgesprochen und sehr spontan für uns“, zeigte sich Aldag bei der ARD überrascht. “Fast hätte es geklappt. Hätten wir die Linie doch mal lieber 50 Meter früher hingemalt!, fügte er scherzend an.

Im Gesamtklassement hat die Niewiadoma auf dem dritten Platz jetzt einen Rückstand von 1:17 Minuten auf Reusser. Ihre deutsche Teamkollegin Niedermaier liegt weitere 1:23 Minuten dahinter auf Rang vier. In der Nachwuchswertung führt sie nun mit 25 Sekunden auf Isabella Holmgren (Lidl – Trek). Der Podiumsbesuch bei ihrer ersten Tour war für Niedermaier etwas ganz Besonderes: “Es war sehr schön. Die Fans sind unglaublich und es ist viel los. Da wird man dann auch irgendwie belohnt.“

Bei ihrer ersten Tour durfte Niedermaier nach der 5. Etappe aufs Podium, um das Weiße Trikot in Empfang zu nehmen. | Foto: Cor Vos

Das Canyon-Team sieht sich für die restliche Tour damit taktisch bestens aufgestellt. “Es ist immer gut, wenn man mehrere Karten spielen kann und auch etwas Unvorhersehbares machen kann. Das gibt uns mehr Möglichkeiten“, erklärte Niedermaier gegenüber RSN. Das sas auch Niewiadoma ähnlich. “Wir können damit definitiv spielen. Aber die Taktik entscheiden am Ende unsere Sportlichen Leiter", sagte die 31-Jährige.

Niewiadoma kann wohl auf eine Niedermaier in Topform setzen. “Jetzt kommen die Berge. Das freut mich natürlich. Dann schauen wir mal, was wir dort alles machen können. Aber die Beine werden immer besser“, sagte die Giro-Zweite. Der Hauptfokus liegt jedoch weiter auf der Tour-Siegerin von 2024. Daran ändert auch das Weiße Trikot nichts. “Das ist natürlich ein netter Bonus", sagte Niedermaier.

Vielleicht lassen sich am Ende ja sogar Weiß und Gelb wie bei Tadej Pogacar und Isaac Del Toro (beide UAE – Emirates – XRG) bei der Männer-Tour kombinieren.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Polen-Rundfahrt (2.UWT, POL)
  • Radrennen Männer

  • Tour of Kahramanmaras (2.2, TUR)
  • Volta a Portugal (2.1, POR)
  • Tour de la Guadeloupe (2.2, FRA)
  • China Xizang Trans-Himalaya (2.1, CHN)
  • Vuelta a Burgos (2.Pro, ESP)